Löhne (trau/jn/hazl). Drei entgleiste leere Güterwaggons bei Vennebeck sorgten gestern Nachmittag ab 16 Uhr für noch größere Behinderungen im Bahnverkehr. Die Züge des Nahverkehrs fahren seither bis auf Weiteres nur bis Minden beziehungsweise aus Gegenrichtung bis Löhne.
Zwischen Minden und Löhne richtete die Bahn einen Busverkehr ein. Zwischenzeitlich standen weit über 100 Menschen am Löhner Busbahnhof und warteteten bei Schneefall auf ihren Weitertransport. Marvin Nolte wollte von Rheine nach Hannover fahren und musste aufgrund des Zwischenfalls seine Matheprüfung an der Uni abblasen.
Angela Heinrichs fror mit ihren Kindern Jennifer und Enrico und war bitter enttäuscht vom Notfall-Management der Deutschen Bahn. "Man hat uns gesagt, es stünden Busse bereit – und jetzt stehen wir hier seit über einer Stunde in der Kälte", schimpfte die Mutter.
Die einzigen, die sich über die ungewollte Versammlung freuten, waren Tamer Takbas und Nusret Görmez vom "City-Döner". Görmez: "Seit etwa einer Stunde kommen wir hier nicht zur Ruhe – die Leute haben Hunger auf was Warmes."
Direkt nach dem Unfall fielen am Abend sogar einige Züge Richtung Bielefeld komplett aus. Durch diesen zweiten Unfall innerhalb von zwei Tagen kommt es auf der ICE-Linie 10 (Köln – Hamm – Hannover – Berlin) und auf der Intercity-Linie 55 (Köln – Hannover – Magdeburg – Leipzig) zu weiteren Verspätungen. Gut eine Stunde lang musste ein ICE im Löhner Bahnhof warten. Erst seit 17.15 Uhr war die Unfallstelle in Vennebeck für Fernverkehrszüge wieder eingleisig passierbar.
Der Unfall bei Beckum vom Vortag sorgt weiterhin dafür, dass der Löhner Bahnhof wieder ein wichtiger Knotenpunkt für ganz Deutschland ist, so wie vor Jahrzehnten einmal. Weil die ICE-Strecke Berlin-Köln immer noch gesperrt war, hielten die ICE in Löhne. Hier mussten alle Passagiere, die in Richtung Bielefeld wollten, umsteigen. Die ICE wurden über Osnabrück umgeleitet. Laut Deutscher Bahn wird Löhne auch heute noch einmal zum Umsteigebahnhof.
Nach dem weiteren Unfall in Vennebeck bittet die Bahn alle Reisenden, sich im Internet unter www.bahn.de/aktuell über Verkehrseinschränkungen zu informieren.