Löhne. Im August noch hatte der Handelskonzern Metro weitgehend ausgeschlossen, den Standort Löhne aufzugeben. Inzwischen aber ist in Düsseldorf eine andere Entscheidung gefallen. Wie die Metro AG gestern auf Anfrage der NW bestätigte, zieht der Großhandelsmarkt von Löhne nach Porta Westfalica um. Spätestens 2011 soll es soweit sein.
115 Mitarbeiter beschäftigt Metro an der Ringstraße auf der Stadtgrenze zu Bad Oeynhausen. Für sie gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute: Ihre Jobs bleiben erhalten. "Wir haben allen Mitarbeitern angeboten mit uns umzuziehen", erklärt der Löhner Geschäftsleiter Volker Bremerich. Man hoffe, dass die Belegschaft dem Unternehmen treu bleibe. Die erste Resonanz aus der Mitarbeiterschaft lasse diesen Schluss zu.
Die schlechte Nachricht für die Metro-Beschäftigten: Ihr neuer Arbeitsplatz liegt künftig knapp zehn Kilometer entfernt vom alten. Der Standort befindet sich in einem Industriegebiet im Ortsteil Vennebeck in Porta Westfalica. "Dort haben wir ein Grundstück von 30.000 Quadratmetern gekauft", sagt René Beutner, Sprecher der mit 33 Milliarden Umsatz in 2008 größten Metro-Sparte "Cash and Carry", zu der die Großhandelsmärkte gehören.
Der neue, noch zu bauende Markt soll mit 8.000 Quadratmetern Verkaufsfläche genauso groß wie der bisherige werden. Warum dann der Umzug? "Das hat zwei Gründe", so Beutner. Zum einen sei die Anbindung an die A2 in Porta Westfalica wesentlich günstiger als die Verkehrslage an der Kanalstraße. Zum anderen könne man im bestehenden Gebäude in Löhne das neue Marktkonzept nicht ohne weiteres umsetzen. "Die Umbau- und Sanierungsmaßnahmen würden sehr aufwändig", sagt Beutner.
Das Löhner Gebäude gehört ebenfalls einer Konzerntochter - der Metro Group Asset Management. Was mit dem Objekt ab 2011 passiert, war beim Eigentümer gestern nicht in Erfahrung zu bringen.
Laut Geschäftsleiter Volker Bremerich weiß ein Großteil der Geschäftskunden in Löhne und Umgebung inzwischen von den Umzugsplänen. "Wir haben das in persönlichen Gesprächen geschildert", so Bremerich.
Metro investiert laut Unternehmensangaben einen zweistelligen Millionenbetrag in Porta Westfalica. Für Löhne dagegen bedeutet der Umzug, dass hier weniger Geld fließt. In Metro verlässt ein potenzieller Zahler von Gewerbesteuer die finanziell gebeutelte Kommune. Kämmerer Bernd Poggemöller wollte sich zum Gewerbesteueraufkommen von Metro in Löhne mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht äußern. Er sagte: "So oder so ist es bedauerlich, wenn ein Unternehmen fortgeht. Das verschlechtert die Perspektive unserer Stadt."