Löhne. "Heute morgen stand hier noch keine Wand", sagt Kai Dunker. Der 42-Jährige steht in der Fertigungshalle von Smart House vor einer Bodenplatte und vier Wänden, die am Mittag bereits montiert sind. Mit diesem Konzept hat der gebürtige Rödinghausener, der mit seinem Unternehmen vor einigen Monaten von Bünde nach Löhne zog, großen Erfolg. Für dieses Jahr erwartet das Unternehmen, das mehrere hundert Smart Häuser verkauft werden.
Kai Dunker hat seine Firma 2007 in Bünde gegründet. "Ich bin der klassische Existenzgründer", sagt er. Und auch bei ihm stand am Anfang die Geschäftsidee. Dunker holt eine Postkarte mit einem schwarz-weiß Fotomotiv. Es zeigt als historische Aufnahme einen Transporter in den USA, der ein sogenanntes Mobil Home, ein mobiles Haus, auf seinem Anhänger transportiert.
"Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen", sagt Dunker. Er ist gelernter Tischler und Kaufmann und hat in den USA Design studiert. In den Vereinigten Staaten gibt es tausende leicht transportabler Häuser.
Es sollte dann bis 2007 dauern, als aus der Idee das Unternehmen Smart House wurde. Das kleinste Smart-House, besteht aus einem Modul, das eine Größe von rund 20 Quadratmetern hat, das größte umfasst mehr als 50 Quadratmeter. "Unsere Kunden können die Module ganz nach ihrem Anforderungen kombinieren. Das ist ein bisschen wie Lego für Erwachsene", sagt Kai Dunker. Die Module können nicht nur an allen Seit des jeweils anderen Moduls angedockt werden, sondern auch auf ihm. "Das größte Smart House ist mehr als 400 Quadratmeter groß."
Mit dem Modulkonzept von Smart House trifft Dunker den Zeitgeist. Die moderne Arbeitswelt erfordert mehr Mobilität. "Es gibt immer weniger Arbeitnehmer, die 40 Jahre in der selben Firma arbeiten, viele wechseln innerhalb ihres Arbeitslebens mehrfach den Ort", weiß Dunker. Unter anderem für diese Zielgruppe sei ein Smart House ideal. Die Häuser lassen sich ohne großen Aufwand transportieren und sich jeder Lebenssituation anpassen.
Nicht nur junge Menschen nutzen die Flexibilität der Häuser. "Wir haben auch immer wieder Kunden über 50, die ihr klassisches Einfamilienhaus verkaufen, weil die Kinder aus dem Haus sind. Die Eltern kaufen dann ein Smart House."
Mit seiner Geschäftsidee hat Kai Dunker offensichtlich offene Haus-Türen eingerannt. Schon zwei Jahre nach der Gründung wurde der Standort in Bünde zu klein. "Da mussten wir draußen montieren."
Im vergangenen Jahr verlagerte er sein Unternehmen an die Werster Straße. Im Gebäude der ehemaligen Maschinenfabrik Wilmsmeier werden die Modulhäuser jetzt gefertigt. "Bis zu 60 Leute - heimische Handwerker - arbeiten gleichzeitig für uns", sagt Dunker.
Diese Mitarbeiter sind nicht fest angestellt, sondern werden je nach Auftragslage gebucht. Und so kann es zum Beispiel sein, dass zwei verschiedene Zimmereiunternehmen bei Smart House zur gleichen Zeit arbeiten. In den Hallen werden nicht nur die Hüllen zusammen gebaut. "Unsere Module verlassen Löhne schlüsselfertig", sagt Dunker. Das bedeutet, dass die Kunden in einem Musterraum zum Beispiel Bodenbeläge, Fliesen oder auch Gardinenstoffe aussuchen. Und natürlich wird in das Modulhaus, wenn es nicht als Büro genutzt wird, auch die gewünschte Küche eingebaut.
Die Kunden von Dunker reichen mittlerweile bis Brasilien. Er hat neben Privatleuten schon Hotels, Verwaltungen und Ferienhausanlagen beliefert. Für das moderne und klare Design bekam Smart House den renommierten Design-Preis "Red Dot Award".
Für Dunker stehen auch im Krisenjahr die Zeichen auf Wachstum. "Wir trotzen der Krise." Heute und morgen will er sein Unternehmen im Rahmen von zwei Schautagen jeweils von 16 bis 17 Uhr den Löhnern vorstellen.