Löhne fliegt auf die Amerikanerin Kellie Rucker, den Ostwestfalen Richie Arndt und die "Bluenatics"
Löhne (caro). Eine unsichtbare Linie trennt Kellie Rucker, Richie Arndt und die Bluenatics von ihrem begeisterten Löhner Publikum. "Soll ich euch ein Bier oder lieber einen Kuss geben, damit ihr nach vorne kommt?", fragt Bluessängerin Kellie Rucker und die ersten Zuschauer trauen sich endlich näher an die Bühne.
Die US-Amerikanerin schaffte es mit einer unglaublichen Bühnenpräsenz und ein paar Küssen das ostwestfälisch zurückhaltende Publikum in Stimmung zu bringen. Sie ließ mit Richie Arndt und dessen Band "The Bluenatics" die Hör-Bar zu einem Erfolg werden.
"Wir sind wirklich sehr zufrieden", sagte Organisator Michael Müller von "M&S Veranstaltungen". "Wir haben zum ersten Mal Blues-Künstler da und hätten nie damit gerechnet, dass unser Konzept bei den Löhnern so gut ankommt." Richie Arndt bedankte sich bei Michael Müller und seinem Team für den tollen Abend in Löhne: "Wir sind zum ersten Mal hier und begeistert vom Konzept der Hör-Bar."
Der Bielefelder Gitarrist, Songwriter und Sänger konzentriert sich seit 1994 auf die Musikrichtung Blues. Genauso lange spielt Richie Arndt mit Drummer Frank Boestfleisch und Bassist Jens-Ulrich Handreka, auch bekannt als "The Bluenatics", zusammen. Seit kurzem sind die drei Herren aber nicht mehr unter sich. Die kalifornische Sängerin Kellie Rucker tourt seit über 20 Jahren durch die USA, Europa, Japan und Afrika.
"Kellie hat unsere Musik im Internet gehört", erklärte Richie Arndt. Gesucht und gefunden müsste das Fazit lauten, denn das Zusammenspiel von Arndt und Rucker war Höhepunkt des Auftritts. Mit abwechselnden Soloparts des Ostwestfalen an der Gitarre und der Amerikanerin auf der Mundharmonika zogen sie die Aufmerksamkeit auf sich.
Virtuos schaffte es die Sängerin mit dem unscheinbar wirkenden Instrument ihren Blues weiter zu geben. In Cowboy Stiefeln, engen Jeans, bauchfreiem Top und verwuschelten kurzen Haar steht Rucker auf der Bühne und weiß wie sie auf ihr Publikum wirkt. Trotz ihrer nur 1,52 Meter Körpergröße hat sie eine Bühnenpräsenz, die sich viele Musiker wünschen würden.
"Die Frau ist unglaublich. Die Stimme und ihr Auftreten sind richtiger Blues", schwärmte Hör-Bar-Gast Dieter Sundermeier. "Toll, dass wir solche Künstler auch endlich mal in Löhne sehen. Hoffentlich geht’s so gut weiter."
Seit dem letzten Jahr gibt es sogar eine gemeinsame CD - "Train Stories". Einige Songs aus dem neuen Album, aber auch ältere Stücke aus der Feder von Richie Arndt und Kellie Rucker zeigten die Blues-Musiker ihrem Publikum. Mit Kopien von anderen Künstlern gaben sie sich nicht zufrieden. "Nur ein paar Perlen der Rock- und Bluesgeschichte haben wir ausgewählt", erklärte Arndt, der kurz darauf den Beatles Song "One after 909" mit der Gitarre anstimmte. Sein Lieblingssong "Blues is blues" stammt von Bühnenkollegin Kellie Rucker.
"Yeah Baby, i’ve got the Blues". Das können mit Recht Kellie Rucker, Richie Arndt und "The Bluenatics" behaupten. Sie überzeugten das Publikum in der Werretalhalle mit unverwechselbaren Stimmen und eindrucksvollen Einsatz von Mundharmonika, Gitarre, Bass und Schlagzeug.