Gospelensemble "Joyful Voices" erlebt beim Geburtstagskonzert ein besonderes Ständchen
Löhne. Ganz dunkel ist es in der Heilandkirche. Nur die vielen kleinen Kerzen spenden ein wenig Licht und verbreiten eine gemütliche und zu gleich spannende Atmosphäre. Die Besucher haben ihren Blick auf den noch leeren Altarraum gerichtet. Dann erklingen Stimmen - von hinten. Wer über die Schulter schaut, sieht die feierlich gekleideten Sängerinnen und Sänger singend vom Eingang der Kirche nach vorne einziehen. Es ist der Gospelchor "Joyful Voices".
Nach dem ersten Lied richtet Pfarrer Jörg Nagel noch ein Grußwort an die Besucher, die Chorleiterin Janina Bohnhorst und an den Chor selbst. Er lobt den unverwechselbaren Klang und das umfangreiche Repertoire. Bevor es aber richtig losgeht, tauschen die Zuschauer einmal kurz die Rolle mit dem Chor und singen ein Geburtstagständchen.
Zur Einstimmung verbreitet der Chor dann "Good news" (Gute Nachrichten). "Dieses Lied haben wir bei der ersten Probe als allererstes geübt und auch bei unserem ersten Auftritt auf dem Siemshofer Weihnachtsmarkt gesungen", erklärt Janina Bohnhorst. Schon vom ersten Lied an sind die Zuhörer mitgerissen und zeigen ihre Begeisterung beim Mitklatschen. Die "Joyful Voices" bieten einen Mix aus eingängigen, schnellen Stücken, präsentieren aber auch andächtige Lieder. Obwohl der meiste Gospel in englischer Sprache verfasst ist, singt der Chor auch zwei deutsche Varianten und unternimmt für weitere zwei Songs sogar eine musikalische Reise nach Afrika.
Ein ganz besonderes Stück darf aber nicht fehlen. "Entweder das Lied ist nach uns benannt oder wir nach dem Lied.", scherzt Bohnhorst mit einem Zwinkern. Letzteres ist wohl der Fall bei "Joyful Voices". Wer meint, ein zweistündiges Konzert von nur einem Chor würde vielleicht eintönig, liegt falsch.
An Abwechslung mangelt es nicht. Die aus Michael Muche, Ralf Burhenne, Tobias Schopf und Wolfgang Stehr bestehende Band, die die "Joyful Voices" begleitet, spielt zwei hervorragende Soli. Einzelne Chormitglieder lassen ihre Stimmen solo erklingen. Für drei Lieder hat das Publikum einen Textzettel bekommen und wird vom Chor mit eingebunden.
Zum Abschluss wird viel Dank ausgesprochen: An das Publikum, aber vor allem an Janina Bohnhorst, die den Chor mit 16 Jahren "in jugendlichem Leichtsinn" einst übernommen hat. So wie die Sänger mit einem Lied auf den Lippen eingezogen sind, so verlassen sie die Kirche auch singend, bleiben allerdings im Vorraum stehen und wiederholen den Refrain solange bis auch der letzte Besucher draußen ist.
Viele von ihnen bleiben auf dem Vorplatz stehen und stimmen in den Gesang mit ein. "Das Konzert ist jedes Jahr ein Highlight, doch in diesem Jahr war es besonders schön", befinden Uwe und Michaela Brenner. "Obwohl wir seit einigen Jahren schon gar nicht mehr hier wohnen, kommen wir, wann immer wir es schaffen." Auch Familie Kalkhöfer hat das Konzert gut gefallen: "Man hat gemerkt, dass die Sänger Spaß hatten und das hat die Zuschauer angesteckt."