Arbeiter schütten Schlaglöcher im ganzen Stadtgebiet zu / Ende der Ausbesserungen nicht absehbar
Löhne. Rainer Bergmann und Dominik Krämer schaufeln Kaltmischgut von der Ladefläche ihres Pritschenwagens ins Schlagloch, Jakob Puschkaschow fährt mit seiner Walze drüber und presst es fest. Schaufeln. Walzen. Schaufeln. Walzen. So geht das den ganzen Tag. Die drei Mitarbeiter der städtischen Wirtschaftsbetriebe sind im Dauereinsatz, um Flickenteppiche über den Straßenkratern auszubreiten. Ein Ende ist nicht in Sicht.
"Schrecklich" sei es zurzeit mit den Schlaglöchern in Löhne, sagt Passantin Margret Petrovic (58) aus Obernbeck. "Jetzt treten immer mehr der winterbedingten Schäden zur Tage. Das ist noch nicht zu Ende." Jede Straße habe mehr oder weniger "was mitbekommen".
Ellen Blomenkamp (24) aus Mennighüffen stimmt ihr zu: "Ich glaube, es gibt mehr Schlaglöcher als im vergangenen Jahr. Ist ja auch kein Wunder nach dem Winter." In Mennighüffen sei es in den Seitenstraßen "schon übel". Nur Vitali Ritter, Lkw-Fahrer bei einer Herforder Spedition, findet die Situation nicht so schlimm: "In Löhne geht es noch, außer an der Knickstraße.
Torsten Stürzebecher, Tiefbautechniker der Stadt, denkt nicht, dass es in diesem Jahr besonders viele Straßenkrater in Löhne gibt. "Überall sind welche, wie jedes Jahr eigentlich. Es sind nicht übermäßig viele", sagt er.
Er macht aber mehrere Straßen aus, die löchrig sind. Die Koblenzer Straße habe neue Schäden in den Randbereichen, die Falschheider Straße sei "eines unseren Sorgenkinder". Es sei schwer abzuschätzen, wie teuer es ist, die Löcher provisorisch zu stopfen. Er rechnet mit 3.000 bis 5.000 Euro.
Stürzebechers Kollege Thomas Arning von den städtischen Wirtschaftsbetrieben berichtet, dass sie zur Zeit zwei spezielle Arbeitskolonnen im Einsatz hätten. "Wir hatten 50 Aufträge, 30 haben wir jetzt schon abgearbeitet." Es kämen aber immer noch neue hinzu. "Ein Ende ist nicht absehbar." Arning sagte, man müsse abwarten, wie das Wetter sich entwickelt. Es könne sein, dass es noch einmal friere und weitere Schäden auftreten. Sie können nur provisorisch repariert werden, da die Industrie im Winter keinen Asphalt herstellt.
Auf den Kreisstraßen, die durch Löhne führen, soll es dagegen besser aussehen. Klaus Wöhler, Pressesprecher des Kreises Herford, sagte, man habe gerade in Löhne relativ viele neue Decken auf die Straßen aufgebracht, daher gebe es "so gut wie gar keine Schäden." Ein Kollege des Bauhofes habe ihm berichtet, dass zum Beispiel die Bergkirchener Straße, die Bültestraße und die Löhner Straße in gutem Zustand seien.
Sven Johanning, Pressesprecher des Landesbetriebes Straßen NRW, weiß hingegen noch nicht, wie löchrig die Landes- und Bundesstraßen auf Löhner Gebiet sind. "Die Kollegen haben mir erzählt, dass es vor dem Rathaus nicht so toll aussehen soll. Sie sind aber schon dagewesen", sagt er. Ansonsten müsse man abwarten. Wenn es frostfrei bleibe, wäre man in zwei bis drei Wochen mit der Zählung der Straßenkrater fertig. "Wenn es aber wieder friert, werden die Löcher noch größer." Er erwartet, dass es mehr Straßenkrater als in den vergangenen Jahren geben wird.
Bergmann, Krämer und Puschkaschow wissen auch, dass sie noch nicht das letzte Loch geflickt haben. "Wenn wir Pech haben, sind die nächste Woche wieder auf", sagt Bergmann.