Löhne. Groß, knusprig und ziemlich lecker sieht das Brot aus, das Pfarrer Rolf Bürgers in den Händen hält. Dass es kein normales Brot ist, sieht man an dem großen Kreuz, das in seine Kruste eingeritzt ist. Bürgers, sein Kollege Harald Grebe und zehn Presbyter wollen das Brot heute und morgen in zwei Bäckereien verkaufen - zum Teil zu Gunsten des Gemeindehauses Obernbeck. Die Pläne für den Umbau des Hauses sind dabei schon weit fortgeschritten.
"Bäcker haben früher ein Kreuz auf ihre Brote gemacht, um dem Schöpfer zu danken", sagt Bürgers und schildert so, dass die Aktion auch einen historischen Hintergrund hat. Und Harald Grebe wird wohl auch seine Freude daran haben: "Mein erster Berufswunsch war es früher, Bäcker zu werden. Mich juckt das heute noch."
Bürgers, Grebe und die Presbyter wollen heute ab 14 Uhr in der Bäckerei Heidenreich, Lübbecker Straße, und ab 15 Uhr in der Bäckerei Rost, Ellerbuscher Straße, ihre besondere Backwaren verkaufen. Am Samstag wollen sie jeweils ab 6 Uhr morgens zur Stelle sein. Gebacken werden die Brote dabei natürlich von den Bäckern. Die Käufer sollen mit dem Kauf des Brotes nicht nur einen Teil zur Renovierung des Gemeindehauses beitragen, sondern sich auch über die Planungen informieren können.
Bürgers, Grebe und Siegfried Bökemeier, Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeinde, berichten, der Entwurf für den Umbau des Gemeindehauses sei bereits mit dem Kirchenkreis Herford und der Landeskirche in Bielefeld abgestimmt. Die Gemeindemitglieder sollen auf einer Versammlung am 13. April (Beginn: 20 Uhr), ihre Meinung äußern.
Wie bereits berichtet (NW vom 12. November 2009), soll das Gemeindehaus relativ umfangreich umgebaut und saniert werden. Arbeiter sollen einen Anbau errichten, das alte Küsterhaus soll auch genutzt werden. Die Küche des Hauses soll zudem zentraler liegen als bisher. Hinzu kommen Service-Einrichtungen wie behinderten- und seniorengerechte WCs.
Das Architektenbüro Flörke und Krys aus Bünde schlägt auch vor, im Souterrain vor den Räumen der Kirchenknirpse und des Jugendbistros eine Terrasse auszubuddeln. Der Sandkasten, der bislang auf dem Parkplatz ist, soll hinter das Gemeindehaus verlegt werden. Das Gebäude soll zudem eine moderne Wärmedämmung und Brandschutzeinrichtungen bekommen.
Bürgers sagt, die Kosten für den Bau stünden noch nicht endgültig fest. Es werde aber vermutlich teurer als die ursprünglich geplanten 750.000 Euro. Grebe ergänzt, dass 60 Prozent der Kosten der Kirchenkreis und 40 Prozent die Gemeinde übernehmen wird. Die Gemeinde will dabei 75.000 Euro an Spenden einsammeln. Wie das Spendenbarometer im Gemeindehaus (r.) zeigt, hat sie 27.000 Euro schon zusammen bekommen.