Löhne (ton). Jürgen Schwartz hebt die Hand, zählt "3, 2, 1" - schon läuft die Kamera. Marissa Backs und Lamat El-Awad schlafen als Bauern verkleidet im Poppensiekerschen Bett im Heimatmuseum. Der Bauer wacht auf und glaubt, dass Geld verschwunden ist. "Du hattest wohl Albträume", will seine Gattin sagen, aber dann verhaspelt sie sich. Schwartz seufzt, sagt "Und nochmal" und alles beginnt von vorn. Eine typische Szene am Set des neuen Films über Löhne.
Die Jugendkunstschule und 20 Schüler der offenen Ganztagsangebote der Schulen Löhne-Bahnhof und Obernbeck und aus den internationalen Jugendgruppen drehen einen 15- bis 20-minütigen Streifen über ihre Heimatstadt (die NW berichtete). Gedreht wird unter anderem am Bahnhof, im Museum und in der Ulenburg. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe fördert dieses und zwölf ähnliche Projekte in anderen Städten mit jeweils 5.000 Euro. Neubürger und Gäste sollen so einen Eindruck von Löhne bekommen - aus Kindersicht.
Die Nachwuchs-Schauspieler scheinen Gefallen an dem Projekt gefunden zu haben. "Es fühlt sich gut an, vor der Kamera zu stehen", sagt Marla. Die Neunjährige ist neben Ardian einer der Kinderbotschafter der Stadt, die den Film moderieren. Marla ist in der Schul-Theater-AG und will - natürlich - später Schauspielerin werden. Dara, ebenfalls von der OGS Obernbeck, spielt auch mit: "Ich war ganz aufgeregt, weil ich das erste Mal vor der Kamera stand."
Schwartz gibt zu, dass es schwierig sein kann, mit Kindern einen Film zu drehen: "Das Ergebnis ist aber oft sehr schön." Kinder würden spontan schauspielern und so authentisch wirken. Ursula Sieker, Sozialarbeiterin in der OGS, berichtet, wie die Kinder die Dreharbeiten ihrer Meinung nach empfinden: "Sehr anstrengend, glaube ich." Die Kinder müssten sich sehr konzentrieren und lernen, wie aufwendig es ist, einen Film zu drehen. "Ich glaube nicht, dass da später noch eine Schauspielerin werden will", sagt sie und lacht.
Der Film soll Ende Mai zum ersten Mal vorgeführt werden.