"Mix Tour" aus Die Schöne und das Biest, Cats, Tanz der Vampire und vielen weiteren Produktionen
Löhne. Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss. Udo Jürgens besingt die Vorteile des Alters, aber um das zu tun, muss man nicht im Rentenalter sein. Der erst 16-jährige Michael Zaremba singt gemeinsam mit seinem Löhner Publikum vom Leben eines Rentners, der sich gar nicht so verhält, und nimmt seine Zuschauer gemeinsam mit seinen singenden Kollegen auf eine Tour durch 15 Musicals.
Klassiker wie Cats, Tanz der Vampire und Die Schöne und das Biest sind seit Jahren feste Bestandteile der Musicalreise. Zwischenstopps in Baltimore für das Musical Hairspray, im wilden Westen beim Schuh des Manitu oder bei Buddy Holly ergänzen das Programm.
Als Transvestiten, singende Teetassen, pummelige Teenager mit Ballonfrisuren, Vampire, Katzen oder schwule Indianer standen Gerry Rissel, Miriam Köpke, Verena Itze, Philipp Rosendahl, Thomas Jürning und Michael Zaremba auf der Bühne der Werretalhalle.
"Wir ändern unser Programm jedes Jahr, tauschen Klassiker aus und suchen uns das Beste aus neuen Musicals heraus", erklärte Veranstalter Frank Zimmermann.
Seit sechs Jahren singen die ausgebildeten Sänger gemeinsam. "In den meisten Musicals gibt es nur ein oder zwei Hits, die wirklich jeder in Erinnerung behält", sagte Zimmermann. Genau diese Highlights brachten die Künstler auf der Musical Mix Tour auf die Bühne. "Die Show ist toll, weil für jeden etwas dabei ist", sagte Zuschauerin Annelie Kaselowski. "Ich bin ein großer Musicalfan und nutze jede Gelegenheit. Toll, dass wir auch in Löhne die Chance auf Musicals haben."
Michael Zaremba überzeugte die Löhnerin als junge Udo-Jürgens-Ausgabe. Ohne Bartwuchs, aber dafür in gut sitzender Marine-Uniform. "Ich war noch niemals in New York ist eines meiner liebsten Songs", sagte Annelie Kaselowski, nachdem Michael Zamreba die Löhnerin zum Tanzen aufforderte.
Aber auch Thomas Jürning weiß, wie man Udo-Jürgens-Klassiker auf die Bühne bringt und bei den Zuschauern noch lange in Erinnerung bleibt. Mit blonder Perrücke, schwarzen Netzstrümpfen und viel Selbstironie sang der Musicalsänger in ungewohnt weiblicher Manie "Griechischer Wein". "Die Kostüme sind toll und das Publikum wird in die Show mit einbezogen. Das macht richtig Spaß", sagte Zuschauerin Mareike Püschel.
Knapp 100 Zuschauer genossen die musikalische Reise durch 15 Musicals und durchquerten mit den Künstlern Jahrhunderte, Länder und Märchen. Die sehr unterschiedlichen Musicalsänger präsentierten sich auch in Rollen, die auf den ersten Blick gar nicht zu passen scheinen. Mit kräftigen Stimmen und toller Bühnenpräsenz ließen sie aber keinen Zweifel zu. Nur die unsicheren Zwischenmoderationen störten.