Löhne. "Jetzt glaubt man mir hoffentlich mein Bekenntnis zum Standort Löhne." Delf Baumann, Geschäftsführer von Bauformat, sagt das mit einem leisen Lächeln. Den in den letzten Jahren immer mal wieder kehrenden Gerüchten um einen eventuellen Rückzug aus dem Heimatstandort des Küchenherstellers tritt Baumann mit einer handfesten Information entgegen: "Wir investieren in Löhne 2,5 Millionen Euro in ein neues Hochregallager."
Der Neubau entsteht in der Straße "Sandkuhle" direkt am Stammwerk. Bauformat lässt hier seit gestern eine alte Halle, die in den 50-er Jahren gebaut wurde, abreißen und schafft Platz für das neue Gebäude. Bereits ab Januar nächsten Jahres sollen darin die mehr als 200 verschiedenen Fronten gelagert werden, die Bauformat am Standort Löhne ständig vorhält.
Nach Angaben von Delf Baumann und seinen beiden Geschäftsführer-Kollegen Carl-Helmut Wegener und Andreas Assner ist der Neubau Bestandteil eines erheblichen Umstrukturierung innerhalb der Bauformat-Unternehmensgruppe. "Wir mussten akzeptieren, dass wir hier in Löhne keine Produktlinie mit sehr großen Stückzahlen mehr fahren können. So etwas ist von der Fabrikplanung her an unserem zweiten Standort in Burg bei Magdeburg viel eher möglich", so Baumann.
Also entwarfen die Geschäftsführer eine zweigleisige Planung. In Burg werden zukünftig nur noch preiswerte Angebote in großen Stückzahlen produziert - in Löhne hingegen entstehen höherwertige und höherpreisige Küchen, die von vornherein auf niedrigere Stückzahlen ausgelegt sind.
"Diese Umstrukturierung ist noch nicht abgeschlossen und das wird auch noch eine Weile dauern", so Delf Baumann. Die bisherigen Erfahrungen stimmen ihn und seine beiden Geschäftsführer-Kollegen jedoch optimistisch: "Es ist ja kein Geheimnis, dass wir hier in Löhne in jüngster Vergangenheit auch Kurzarbeit hatten. Aber die bis jetzt eingetretene Entwicklung entspricht voll und ganz unseren Erwartungen und wir sind uns sicher, dass wir mit dieser neuen Strategie den richtigen Weg gewählt haben."
Die Umstellung der Produktion in Löhne bedeute auch eine Weiterqualifizierung der Mitarbeiter und erfordere teilweise ganz andere produktionstechnische Akzente: "Im höherpreisigen Segment sind derzeit Lackfronten stark angesagt. Für uns bedeutet das, dass wir im Augenblick eher erfahrene Lackierer benötigen, Schreiner hingegen weniger", führt Baumann als Beispiel an.
Ein Kompliment macht der Geschäftsführer ausdrücklich der Stadt Löhne, die die Genehmigungsverfahren für Abriss und Neubau völlig problemlos über die Bühne gebracht habe. "Nur was da alles an Gebühren fällig wird, das hat mich schon erschreckt. Aber dafür kann die Stadt ja nichts", so Baumann.
Bürgermeister Heinz-Dieter Held nahm das Lob dankend entgegen: "Wir haben uns ja das Thema Wirtschaftsförderung ausdrücklich auf die Fahnen geschrieben, denn wenn es unseren Firmen gut geht, dann geht es auch unserer Stadt gut." Der Bürgermeister merkte an: "Ich freue mich wirklich sehr, dass es einer Firma wie Bauformat, die in der Vergangenheit ja auch mal durch schwierige Zeiten gegangen ist, heute wieder so gut geht, dass sie eine derart hohe Investition in unserer Stadt tätigen kann."
Delf Baumann versicherte: "Wir haben fast alle Aufträge an Unternehmen vor Ort vergeben, so dass auch die heimische Wirtschaft direkt von unserer Investition profitiert."