Der Löhner Reisebusfahrer Jens Bergmann hat ein Buch über seine skurrilsten Erlebnisse geschrieben
Löhne. Jens Bergmann ist eigentlich Reisebusfahrer. Der Löhner ist auf seinen Fahrten in alle Himmelsrichtungen aber nicht nur für den Transport seiner Gäste zuständig. "Ich bin auch Animateur, Psychologe und Wetterfrosch", sagt Bergmann, der seine Reiseerlebnisse als Busfahrer in seinem Buch "Busreisen machen glücklich" zusammengefasst hat und seine Leser mit auf eine Reise nach Sizilien nimmt - im Bus natürlich.
"Busfahrer haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen", sagt Jens Bergmann, der seit zehn Jahren als Reisebusfahrer bei "Elsetaler" in Bünde arbeitet. "Die Reisen, die Busse, das Programm, der Service, alles ist moderner geworden. Wir haben auch junge Gäste an Bord, vor allem bei Städtetrips."
Der 40-jährige Löhner muss es wissen, denn 250 Nächte im Jahr schläft er in Hotels. "Der Beruf macht mir sehr viel Freude", ist das Fazit von Bergmann, der sich im Sommer letzten Jahres das Bein gebrochen hat und diesen Unfall nutzte. "Busfahren konnte ich ja nicht, da habe ich mit meinem Buch begonnen", erinnert sich der Löhner.
"Immer wieder haben mir Gäste gesagt, dass ich meine Erlebnisse als Busfahrer mal aufschreiben soll." Mit viel Erfolg, denn als Jens Bergmann sein Manuskript an 20 Verlage verschickt, kommen 19 Zusagen zurück. Seit dem 10. Juni gibt es das Buch "Busreisen machen glücklich" im Handel.
"Ich habe nicht mit so vielen positiven Rückmeldungen gerechnet, ich habe ja nicht mal damit gerechnet, dass ich das Buch fertig bekomme", sagt Autor Bergmann. Das einfach gemachte Taschenbuch gibt es in zwei Versionen. "Für die Aufmachung habe ich mich bewusst entschieden", sagt Bergmann.
"Busreisen machen glücklich", ISBN 978-3-86931-551-5, 23,90 Euro
"Auf einer Busreise werden die Gäste für kurze Zeit eine Familie, egal wie unterschiedlich sie auch sind", sagt Bergmann, der sich immer wieder gerne an einen seiner Stammgäste erinnert, der auf jeder Reise unbedingt auf dem gleichen Platz sitzen wollte. "Der Rentner hat berechnet, dass die Schwingungsbelastungen für seine Wirbelsäule auf dem Platz am geringsten sind", erinnert sich Bergmann und muss herzlich lachen. "Alle Charaktere in meinem Buch gibt es wirklich. Ich möchte den Menschen auch einen Spiegel vorhalten, denn jeder hat seine Macken."
Mit den lustigsten und kuriosesten Reisebegegnungen macht sich der Löhner Busfahrer in seinem Buch auf eine Reise nach Sizilien. "Es gibt auch Kapitel über den Beruf des Busfahrers und natürlich über Sizilien", sagt Bergmann, der jede Gelegenheit nutzt, um die kulturelle Vielfalt der Reiseziele mitzuerleben. "In Paris war ich bestimmt schon 500 Mal, aber ich entdecke auch immer wieder neue Ziele." In den nächsten Tagen fährt der Löhner für wenige Tage nach München und anschließend nach Südfrankreich.
Als Gast in einem Reisebus saß Bergmann noch nie. Das wird sich im August ändern. "Ich bin gespannt wie die Reise nach Kroatien wird", sagt er. "Ich werde versuchen, nicht an den Busfahrer zu denken und einfach nur Gast zu sein. Ob das klappt weiß ich noch nicht."
Der erste Sekt um 7.45 Uhr
Zur Einstimmung wählt Jens Bergmann eine Reise von Kegelclubs und Damen-Tanzgruppen. "DerKegelclub im Mittelfeld des Busses hat soeben die erste Sektflasche geöffnet. Ein Blick auf meine Uhr zeigt mir, dass es gerade 7.45 Uhr ist und ich frage mich, ob mir jetzt schon ein Glas Sekt schmecken würde." Diesen gutgelaunten Damen fehlt nur noch Musik im Bus. "Eine der Kegelschwestern schreit lautkreischend ,Elke, lauter!’. Das Repertoire des MP3-Players ist auf ,Sie liebt den DJ’ reduziert."