Löhne. Wie man den Umbau eines Gemeindehauses nicht plant, hat die Obernbecker Kirchgemeinde vorgemacht. Dort hatte es Widerstand großer Teile der Gemeinde gegen die Umbauplanung gegeben. Auf hitzige Debatten dieser Art möchte die Kirchengemeinde Mennighüffen bei den Umbauplänen ihres Gemeindehauses verzichten. Jetzt wurden erste Pläne präsentiert. Allerdings ist ein Plan schon wieder hinfällig, weil er auf falschen Voraussetzungen basiert.
Seit Mitte des Jahres 2006 steht fest, dass das Gemeindehaus und der alte Konfirmandensaal für eine Gemeinde mit 3.900 Gliedern, die sich bis zum Jahr 2020 noch stark verkleinern wird, fast um die Hälfte zu groß sind. Das ernüchternde Ergebnis hat die Gebäudestrukturanalyse der evangelischen Landeskirche in Westfalen ergeben. "Bei dieser Analyse wird die notwendige Hauptnutzfläche mit der Entwicklung der Gemeindeglieder verglichen", erklärt Günter Bollert, der Architekt des Kirchenkreises Herford.
Nach dieser Rechnung steht jedem Gemeindeglied 0,1 Quadratmeter Nutzfläche zu. "Dazu zählen nur Gruppenräume und Küchen. Flure, Büros und Sanitäranlagen zählen nicht", erklärt Bollert. Die Nutzfläche in Mennighüffen muss um 40 Prozent verkleinert werden. "Nur dann fördert der Kirchenkreis den Umbau und übernimmt 60 Prozent der Kosten", erklärt Bollert. "Ohne diesen Zuschuss geht es nicht", sagt Baukirchmeister Hans-Jürgen Hübner.
Das Presbyterium, der Gemeindehausausschuss und der vom Kirchenkreis beauftragte Architekt, Rainer Dettmer, stellten am Dienstagabend der Gemeinde zwei Umbaupläne vor. Wie erst gestern bekannt wurde, erfüllt der erste Plan jedoch nicht die Vorgaben des Kirchenkreises, da das Gemeindehaus bei dieser Variante nicht verkleinert werden würde. "Diesen Umbau würde der Kirchenkreis nicht fördern", sagt Bollert.
Von dieser definitiven Aussage erfuhr Pfarrer Kai Sundermeier erst durch die NW. "Davon wurde niemand informiert, sonst hätten wir den ersten Plan der Gemeinde überhaupt nicht vorgestellt, da ohne eine finanzielle Förderung von Seiten des Kirchenkreises kein Umbau möglich ist", erklärte er.
Die Pläne haben das Presbyterium, der Gemeindehausausschuss und Architekt Rainer Dettmar nach den Wünschen der Gemeinde erstellt, "um den Wünschen der Gemeindeglieder möglichst nahe zu kommen", erklärt Hübner.
Die jetzt bekannt gewordenen Vorgaben des Kirchenkreises begrenzen das verkleinerte Gemeindehaus auf circa 350 Quadratmeter Nutzfläche. Dabei umfasst allein das Erdgeschoss des Gemeindehauses schon mehr als 400 Quadratmeter. "Wir hoffen, dass wir auf Grundlage der neuen Informationen Ende September einen aktuellen Umbauplan vorstellen können", sagt Sundermeier.
Theoretisch umsetzbar wäre der zweite präsentierte Umbauplan, da dieser Entwurf eine Verkleinerung auf circa 360 Quadratmeter bedeuten würde. In diesem Plan würde das Gemeindehaus für 815.000 Euro energetisch saniert. "Das Obergeschoss würden wir komplett aufgeben und im Keller nur die Küche bewahren", erklärt Architekt Rainer Dettmer. Außerdem würde das Bühnenhaus abgerissen und in eine Terrasse umgewandelt werden. Das Gemeindebüro wandert in das Erdgeschoss und zusätzliche mobile Trennwände würden eine flexible Raumnutzung garantieren.
Ende September muss sich die Gemeinde auf einen weiteren Info-Abend einstellen.