Löhne. Gerhard Meyer ist wütend. "Irgendwann musste ja mal etwas passieren", schimpft er. Als er eines morgens mit seinem Hund Gassi ging und an seiner Pferdeweide am Dürerweg vorbei kam, lag das Weidegatter umgefahren im feuchten Gras. Als Verurascher vermutet Meyer einen der Lastwagenfahrer, die neuerdings dutzendfach auf seinem Gelände wenden. "Schuld ist die Sperrung der Bünder Straße", ist sich der Anwohner sicher.
Seit Anfang August ist die Bünder Straße kurz vor der Oberbehmer Brücke gesperrt. Seit Ende Juli auch die Falscheider Straße ab der Gabelung Im Schling. Dort ist die Eisenbahnunterführung für Lastwagen ab einer Höhe von vier Metern gesperrt - doch das sehen die Fahrer meist zu spät.
Vom Navi in die Falle gelockt
Sven Johanning, Sprecher von Straßen NRW, kennt die Klagen, wenn es um für den Lkw-Verkehr gesperrte Straßen geht. "Wir werden prüfen, ob sich die Beschilderung verbessern lässt", sagt er. Häufig liege das Problem jedoch nicht an den Schildern sondern an Navigationsgeräten, die die Lkw auf die falsche Spur führen. "Es gibt Navis für Lkw, die die Größe der Fahrzeuge berücksichtigen. Diese Geräte sind teuer und werden deshalb oft nicht eingesetzt. Helfen würde es."
"An der Straßensperrung hängt nur ein kleiner Zettel, dass die Durchfahrt für Lkw verboten ist", erklärt Meyer. "Und so spielen sich hier aberwitzige Wendemanöver ab." Viele Fahrer versuchten zunächst, in die Krugstraße abzubiegen, doch auch die ist für Lkw gesperrt.
Mehrfach sei bereits das Zone-30-Schild vor der Dürerstraße umgefahren worden, sagt Meyer, gerade Sattelschlepper mit Anhänger hätten Probleme, zu wenden. Bei einem solchen Manöver hat ein Fahrer anscheinend das Weidegatter von Gerhard Meyer übersehen - und fuhr einfach weiter. "Dabei dürfen die Lastwagen hier gar nicht durch. Man müsste das besser kennzeichnen", schimpft Meyer.
"Ich kann verstehen, dass die Anwohner sauer sind, aber wir können nichts tun", sagt Manfred Heßler, der im Rathaus für die Baustelle an der Falscheider Straße zuständig ist. "Die Lastwagen und auch etliche Pkws ignorieren, dass die Bünder Straße gesperrt und nur für Anwohner befahrbar ist." Zu spät würden sie dann merken, dass die Oberbehmer Brücke nicht passierbar ist und versuchten, über die Falscheider Straße auszuweichen.
Für eine bessere Beschilderung könne die Stadt nicht sorgen: "Die Baustelle an der Bünder Straße ist Sache von Straßen NRW, die eine Firma für die Umleitungs-Beschilderung beauftragt hat."