Löhne. Es ist 18.17 Uhr als der Notruf der Firma SieMatic bei der Feuerwehrleitstelle in Eilshausen eingeht. Jetzt muss alles ganz schnell gehen. Einsatzleiter Christian Ehlert ist innerhalb von acht Minuten am Einsatzort. Hier bietet sich ihm ein verheerendes Bild. Mehrere Paletten stehen im Lager des Küchenproduzenten in Flammen und vier Personen werden vermisst. So stellt sich das Szenario der Übung dar.
Um der Flammen Herr zu werden, alarmiert Ehlert sofort die Löschgruppen Löhne-Ort und Wittel und erhöht die Alarmstufe. Derweil breitet sich das Feuer weiter aus, sodass der Fahrzeugführer der Wache Vollalarm auslöst. Jetzt sind alle Löschzüge der Stadt im Einsatz.
Was viele Anwohner bei lauten Martinshornklang den Atem stocken lässt, war zum Glück nur eine Übung der Feuerwehren auf dem Gelände der Firma. "Niemand der Beteiligten wusste von der Übung, sodass alle zunächst von einem echten Einsatz ausgehen mussten", so Übungsbeobachter und Wehrführer Ralf Krause.
Dementsprechend waren die Einsatzkräfte schnell vor Ort. "Getestet wurde die Verfügbarkeit der Einheiten und die Schnelligkeit. Wir können mit beidem durchaus zufrieden sein, wenn man bedenkt, dass nur elf Minuten nach dem Auslösen des Vollalarms fast alle Einsatzkräfte Löhnes auf dem Gelände waren", fügt Krause hinzu.
Ebenfalls zufrieden ist Sascha Weber. Der Statist war scheinbar bewusstlos in einer der Hallen gefunden worden und musste schnell ins Freie gebracht werden. "Ich musste nicht lange auf meine Rettung warten", sagt er. "Ein paar Minuten, nachdem ich die Halle betreten hatte und in meine Rolle geschlüpft war, war ich auch schon wieder draußen."
Die Einheiten mussten sich ganz grundlegenden Situationen stellen, zu denen es bei jedem Brand kommen kann. Umgehend mussten die vermissten Personen gesucht, gefunden und geborgen werden.
Aufgrund der Rauchentwicklung, wie sie bei echten Bränden entsteht, waren die Einsatzkräfte auch bei der Übung mit Atemschutzgeräten in den Hallen unterwegs. Außerdem galt es, die Wasserversorgung zu sichern und mit mehreren Strahlrohren und von der Drehleiter aus die Flammen zu bekämpfen, sowie die umliegenden Hallen vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen.
Eine Besonderheit hatte die Übung diesmal jedoch. "Bei so einer großen Übung wie dieser haben wir die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz gesucht. Das ist sonst nicht der Fall, gehört aber ebenfalls zu einem echten Einsatz dazu", erklärt Krause.
"Die Koordination so vieler Einheiten erfordert einiges an Geschick und Fachkenntnis." Dank der Übungen könne man mögliche Fehler erkennen und beheben, bevor es tatsächlich zu einem Brand dieser Größenordnung kommt.