Friedrich Obermeier wehrt sich weiter gegen Abriss des Fernsehgeschäfts und will Rechtsweg ausschöpfen
Löhne. Friedrich Obermeier, Betreiber des Fernsehgeschäfts in der Alten Bünder Straße 20, will von einem geplanten Abriss des Gebäudes weiterhin absolut nichts wissen. "Ich habe einen Anwalt eingeschaltet und werde sämtliche juristischen Möglichkeiten ausschöpfen", kündigte er gegenüber der NW an.
Eine rechtliche Auseinandersetzung könnte sich über Monate, womöglich sogar über Jahre hinziehen. Dass bis dahin auch die geplante weitere Bebauung der Innenstadt mit einem Lidl-Markt auf Eis liegen würde, "das muss ich in Kauf nehmen", so Friedrich Obermeier.
Damit verhärten sich die Fronten in diesem Fall weiter. Der Fernsehhändler bekräftigte gegenüber der NW seinen Standpunkt: "Dies ist meine Firma und meine Altersversorgung. Mir hat niemand gekündigt, mit mir hat niemand gesprochen und ich habe noch kein einziges Schriftstück erhalten." Sein Anwalt Dirk Davidsohn (Bielefeld) verschaffe sich derzeit Akteneinsicht und werde dann alle denkbaren rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen.
Friedrich Obermeiers Angaben über seine Eigentumsverhältnisse an der Firma decken sich allerdings nicht mit den Einträgen im Gewerbe- und im Handelsregister. In beiden Verzeichnissen wird nach NW-Informationen seine Mutter als Inhaberin geführt. Dieser gehörte auch das Gebäude, das sie an den Investor verkaufte.
Für eine Verzögerung des geplanten Abrisses kann jedoch auch allein die Tatsache sorgen, dass Friedrich Obermeier mit seinem Wohnsitz in der Alten Bünder Straße 20 gemeldet ist. "Falls da ein Mietverhältnis existiert - und das könnte auch mündlich geschlossen sein - dann wird es für den Käufer unter Umständen nicht einfach, Herrn Obermeier schnell aus dem Haus zu kriegen. Denn Kaufrecht bricht kein Mietrecht", so die Auskunft von Ordnungsamtsleiter Wolfgang Greinke.
Harald Oevermann, Planer der Innenstadt-Bebauung, reagierte gelassen auf Obermeiers Ankündigung, nun den Rechtsweg beschreiten zu wollen: "Wenn es tatsächlich zu einer Verzögerung kommt, dann müssen wir eben warten." Er habe die Verantwortlichen der Lebensmittelmarktkette Lidl bereits darüber informiert, dass ein verspäteter Baubeginn in Löhne nicht ausgeschlossen sei: "Lidl wartet nun schon so lange, da kommt es auf ein paar Monate mehr oder weniger auch nicht mehr an." Die Gefahr, dass Lidl abspringen könne, sehe er nicht, versicherte Oevermann.
Er bekräftigte jedoch: "Gleichwohl bin ich an an einer einvernehmlichen Lösung interessiert." Sein Verhältnis zu Friedrich Obermeier sei trotz der gegensätzlichen Standpunkte bislang vernünftig und ohne Streit: "Ich möchte, dass das auch so bleibt." Oevermann kündigte an, er werde sowohl mit Mutter wie auch mit Sohn Obermeier das Gespräch suchen. Es bringe absolut nichts, das in der Öffentlichkeit über die Presse machen zu wollen.
Harald Oevermann: "Ich bin Optimist und glaube, dass wir eine friedliche Lösung finden."
Friedrich Obermeier: "Ich bin Optimist und glaube, dass ich hier bleiben kann."