Löhne. Sie arbeiten laut, schnell und präzise: Die Männer der Firma Aksu, die in diesen Tagen die maroden Platten von der Rathausfassade entfernen. Mit ruhiger Hand bedient Ahmet Delifer den Kran mit der Fernbedienung. Geschickt schwenkt er die großen Platten, die vorher von zwei Kollegen gelöst wurden, weg vom Gebäude und stapelt sie neben dem Rathaus.
"Das läuft bisher sehr gut", sagt Matthias Kreft, Leiter der Immobilienwirtschaft der Stadtverwaltung. Er hat gemeinsam mit seinem Kollegen Jörg Achilles den Bau geplant. Von einem konventionellen Umbau ist das Rathaus weit entfernt. Nach mehrjähriger Diskussion stimmte die Ratsmehrheit für eine Sanierung des Rathauses in Passivbauweise.
Geld vom Bund
- Das Rathaus ist das bundesweit einzige Verwaltungsgebäude, das in Passivbauweise saniert wird.
- Der Bund zahlt einen Zuschuss von 1,82 Millionen Euro. Vom Land kommen 130.000 Euro.
- Der Eigenanteil der Stadt beträgt rund 1,4 Millionen Euro. Diese Summe darf trotz Nothaushalt finanziert werden.
Die Effekte, die sich Kreft und Achilles versprechen, sind groß. Zurzeit ist das Rathaus ein Energiefresser. Zwischen 60.000 und 70.000 Euro verschlingt das Gebäude pro Jahr allein an Heizkosten. "Nach Abschluss der Sanierung rechnen wir mit Wärmekosten von 6.000 bis 7.000 Euro", sagt Achilles. Die Fachleute rechnen mit einer CO2-Reduktion von 85 Prozent.
Dicht durch den Winter
Bis das Rathaus dann in Blechverkleidung zum Sparhaus wird, ist eine Menge zu tun. In der ersten Phase der Sanierung werden die Fassadenplatten vom Gebäude entfernt. Für die Mitarbeiter des Rathauses eine nervenzehrende Angelegenheit, weil das sehr laut ist.
Wenn das Rathaus nackt dasteht, werden im ersten Schritt der Sanierung die neuen Fenster eingebaut. Dann wird die 26 Zentimeter dicke Isolierung an die Fassade geklebt. Diese Arbeiten müssen in der schönen Jahreszeit erledigt werden. "Wir müssen sehen, dass wir das Gebäude dicht durch den Winter kriegen", sagt Matthias Kreft.
Das Gebäude bekommt eine komplett neue Elektrotechnik. Die alte Technik stammt noch aus der Zeit, als elektrische Schreibmaschinen den Gipfel des technischen Fortschritts im Büro darstellten.
Sanierung bis voraussichtlich Dezember 2012
Die Arbeiten im Gebäude führen dazu, dass die Büros je nach Baufortschritt geräumt werden müssen. "Wenn die neuen Leitungen verlegt werden, dann lässt sich in diesen Räumen nicht arbeiten", sagt Kreft. Die Mitarbeiter werden dann, wenn ihr Büro saniert wird, in anderen Räumen des Rathauses arbeiten.
Wenn die Sanierung (voraussichtlich) im Dezember 2012 beendet ist, werden die Mitarbeiter in einem Haus arbeiten, dass kaum noch Heizenergie verbraucht. Durch zwei Faktoren wird dieser Effekt bei Passivhäusern erreicht. Die Wärme die durch die Fenster ins Gebäude dringt, wird durch die massive Isolierung optimal gespeichert. Körperwärme und Abwärme von elektronischen Geräten sollen ebenfalls mit zur Raumwärme beitragen.
"In den Büros sind lediglich DIN-A4 große Konvektoren als Ergänzungsheizung eingeplant", sagt Jörg Achilles. Diese Mini-Heizungen würden zwei bis drei Grad bringen. Am Ende soll es in allen Räumen eine Wohlfühl-Temperatur von 22 Grad geben. Kreft räumt ein: "Wir haben nicht viele Reserven."
Bundesweite Schlagzeilen
Das Löhner Passivhaus macht in der Fachwelt bundesweit Schlagzeilen. Kreft und Achilles werden das Projekt auf einer Passivhaustagung in Hannover vorstellen. Kreft: "Da werden wir eine Exkursion nach Löhne anbieten."
lieber Jim Knopf. Du solltest lieber bei deinen Leisten bleiben. Das ist nämlich eine Lokomotive mit Kohlen beschicken. Ich möchte mal gerne wissen woher du diese Zahlen und Weisheiten so her nimmst. Jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch weiß, dass das Passivhaus in 2-5 Jahren zum energetischen Standard wird und aus der Zeitung konnte man erfahren, dass sich die Sanierung in eine Passivhaus lohnt. Wenn man keine Ahnung hat sollte man sich mit diesen unqualifizierten Kommentaren zurückhalten.
Ich glaube die Leute im Rathaus haben sich dazu Gedanken gemacht und Löhne kann stolz sein.