Freitag, 25.05.2012
Homepage-Ticker | RSS | Twitter | Impressum | Kontakt | AGB | Mediadaten


Schrift

15.06.2011
LÖHNE
Rathaus wird zum Passivhaus
Bundesweites Pilotprojekt in Löhne
VON DIRK WINDMÖLLER

Aufgehängt | FOTO: DIRK WINDMÖLLER

Löhne. Sie arbeiten laut, schnell und präzise: Die Männer der Firma Aksu, die in diesen Tagen die maroden Platten von der Rathausfassade entfernen. Mit ruhiger Hand bedient Ahmet Delifer den Kran mit der Fernbedienung. Geschickt schwenkt er die großen Platten, die vorher von zwei Kollegen gelöst wurden, weg vom Gebäude und stapelt sie neben dem Rathaus.

"Das läuft bisher sehr gut", sagt Matthias Kreft, Leiter der Immobilienwirtschaft der Stadtverwaltung. Er hat gemeinsam mit seinem Kollegen Jörg Achilles den Bau geplant. Von einem konventionellen Umbau ist das Rathaus weit entfernt. Nach mehrjähriger Diskussion stimmte die Ratsmehrheit für eine Sanierung des Rathauses in Passivbauweise.

Info

Geld vom Bund

  • Das Rathaus ist das bundesweit einzige Verwaltungsgebäude, das in Passivbauweise saniert wird.
  • Der Bund zahlt einen Zuschuss von 1,82 Millionen Euro. Vom Land kommen 130.000 Euro.
  • Der Eigenanteil der Stadt beträgt rund 1,4 Millionen Euro. Diese Summe darf trotz Nothaushalt finanziert werden.


Die Effekte, die sich Kreft und Achilles versprechen, sind groß. Zurzeit ist das Rathaus ein Energiefresser. Zwischen 60.000 und 70.000 Euro verschlingt das Gebäude pro Jahr allein an Heizkosten. "Nach Abschluss der Sanierung rechnen wir mit Wärmekosten von 6.000 bis 7.000 Euro", sagt Achilles. Die Fachleute rechnen mit einer CO2-Reduktion von 85 Prozent.

Dicht durch den Winter

Bis das Rathaus dann in Blechverkleidung zum Sparhaus wird, ist eine Menge zu tun. In der ersten Phase der Sanierung werden die Fassadenplatten vom Gebäude entfernt. Für die Mitarbeiter des Rathauses eine nervenzehrende Angelegenheit, weil das sehr laut ist.

Wenn das Rathaus nackt dasteht, werden im ersten Schritt der Sanierung die neuen Fenster eingebaut. Dann wird die 26 Zentimeter dicke Isolierung an die Fassade geklebt. Diese Arbeiten müssen in der schönen Jahreszeit erledigt werden. "Wir müssen sehen, dass wir das Gebäude dicht durch den Winter kriegen", sagt Matthias Kreft.

Das Gebäude bekommt eine komplett neue Elektrotechnik. Die alte Technik stammt noch aus der Zeit, als elektrische Schreibmaschinen den Gipfel des technischen Fortschritts im Büro darstellten.

Sanierung bis voraussichtlich Dezember 2012

Die Arbeiten im Gebäude führen dazu, dass die Büros je nach Baufortschritt geräumt werden müssen. "Wenn die neuen Leitungen verlegt werden, dann lässt sich in diesen Räumen nicht arbeiten", sagt Kreft. Die Mitarbeiter werden dann, wenn ihr Büro saniert wird, in anderen Räumen des Rathauses arbeiten.

Wenn die Sanierung (voraussichtlich) im Dezember 2012 beendet ist, werden die Mitarbeiter in einem Haus arbeiten, dass kaum noch Heizenergie verbraucht. Durch zwei Faktoren wird dieser Effekt bei Passivhäusern erreicht. Die Wärme die durch die Fenster ins Gebäude dringt, wird durch die massive Isolierung optimal gespeichert. Körperwärme und Abwärme von elektronischen Geräten sollen ebenfalls mit zur Raumwärme beitragen.

"In den Büros sind lediglich DIN-A4 große Konvektoren als Ergänzungsheizung eingeplant", sagt Jörg Achilles. Diese Mini-Heizungen würden zwei bis drei Grad bringen. Am Ende soll es in allen Räumen eine Wohlfühl-Temperatur von 22 Grad geben. Kreft räumt ein: "Wir haben nicht viele Reserven."

Bundesweite Schlagzeilen

Das Löhner Passivhaus macht in der Fachwelt bundesweit Schlagzeilen. Kreft und Achilles werden das Projekt auf einer Passivhaustagung in Hannover vorstellen. Kreft: "Da werden wir eine Exkursion nach Löhne anbieten."

Fotostrecke
 
Klicken Sie auf ein Foto, um die Fotostrecke zu starten (15 Fotos).




Schrift

Kommentare
Oh je,
lieber Jim Knopf. Du solltest lieber bei deinen Leisten bleiben. Das ist nämlich eine Lokomotive mit Kohlen beschicken. Ich möchte mal gerne wissen woher du diese Zahlen und Weisheiten so her nimmst. Jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch weiß, dass das Passivhaus in 2-5 Jahren zum energetischen Standard wird und aus der Zeitung konnte man erfahren, dass sich die Sanierung in eine Passivhaus lohnt. Wenn man keine Ahnung hat sollte man sich mit diesen unqualifizierten Kommentaren zurückhalten.
Ich glaube die Leute im Rathaus haben sich dazu Gedanken gemacht und Löhne kann stolz sein.

Es ist wie immer in Löhne. Kurz gedacht und hauptsache es gibt ne menge Zuschüsse vom Land.
Das Konzept der Passivwärme ist doch noch gar nict ausreichend erprobt und es ist keinesfalls sichergestellt, das di in Aussicht gestellen Einsparungswerte auch nur ansatzweise erreicht werden.
Aber das Ganze reiht sich in die Reihe der Peinlichkeiten doch nahtlos ein.
Es begann mit einem Marktkauf der auch die Innenstadt beleben sollte......einem Kombiprojekt welches seit Jahrzenten halb leersteht, Einer AquaMagica die Millionen verschlungen hat und weiter verschlingt, einem teurem Acker nében dem Tennisverein, € 2000 für eine WC-Beleuchtung im Rathaus.....usw...usw.... Löhne ist ein Fass ohne Boden.

@Ch.Sackewitz:
Was für ein platter, peinlicher Kommentar!

..wird dafür im Sommer so ein Haus gekühlt? Immerhin sind ja ab 16:00 alle Fenster zu!! Incl. dem ganzen Wochenende . Leben in der Thermoskanne, alternativ sollten schon mal für den Sommer Gittertüren eingeplant werden ;-)

@Jim Knopf: Sie haben bei Kalkulation mehrer Faktoren vergessen. Zum einen müssen Sie die Preissteigerung der Energiekosten berücksichtigen. Eine Steigerung von 4% auf 60.000 EUR Energiekosten ist schon ein andere Hausnummer als auf 7.000 EUR. Umgekehrt müssen natürlich die Zinsaufwendungen für die 1,4 Millionen Euro ebenso gesehen werden. Was ein Neubau des Rathauses gekostet hätte, mag ich nicht abschätzen, da ich die Anforderungen der Stadt nicht kenne.

Auch hat ein Passivhaus nicht nur Vorteile. Im Kern wird die Motivation der Nutzer benötigt. Die Lüftungssteuerung ist sehr kompliziert. Ein Rathaus hat viel Besuchsverkehr, als diese Menschen, aber auch Maschinen und Sonneneinstrahlung durch das Fenster heizen die Büros auf. Ich bin von Passivhäusern im Privatbereich begeistert, dort scheint es sehr gut zu funktionieren; bei großen Bürogebäuden jedoch scheint noch viel Verbesserungsbedarf. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren....



 Seite 1 von 2
weiter >
  >>


Weitere Nachrichten aus Löhne
LÖHNE
Kleine Reporter bei der Neuen Westfälischen
Löhne (indi). Da kommt auch schon mal ein vergleichsweise alter Reporter ins Grübeln: "Welche Geschichte war die schönste, die Du bisher geschrieben hast?", war die schwierigste Frage... mehr

LÖHNE
Meinungen zum Fachmarktzentrum
Löhne. Die Kommentare der Nutzer von nw-news.de zum geplanten Fachmarktzentrum in Mennighüffen sprechen Bände: Das Thema spaltet nach wie vor die Gemeinde... mehr

LÖHNE
Die Vampirschwestern, Greg und das Sams
Löhne (sba). Rote Haare, eine Schweinsnase und viele blaue Punkte im Gesicht – das Sams hat Anne-Mieke detailgetreu gemalt. Es ist sofort zu erkennen. Mit dem Bild ihres Buchhelden gehört Anne-Miekes... mehr

LÖHNE
Meisterlich gespart
Löhne. Die Idee ist so simpel wie gut: Wer spart, gewinnt. Mit der Aktion "Energiesparmeister" wurden an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule in Löhne nun bereits zum dritten Mal besonders sparsame... mehr



Anzeige

Wetter in Löhne

Anzeigen

Meistgeklickt in Löhne

Feuer bei den Pantherwerken
Löhne (nw). Bei der Pantherwerke AG entstand am Donnerstag ein Schwelbrand, der gegen 5.20 Uhr die Sprinkleranlage auslöste. Bei der sogenannten ... mehr

Wahlergebnisse live hier bei nw-news.de
Laufend informiert werden Sie am Wahlabend hier bei nw-news.de, dem Internetdienst der Neuen Westfälischen. Mit Schließung der Wahllokale haben wir... mehr

Fachmarktzentrum spaltet den Ort
Löhne. Das geplante Fachmarktzentrum in Mennighüffen spaltet: Bei einer Umfrage der Neuen Westfälischen, an der sich 578 Leser beteiligt haben... mehr

Meisterlich gespart
Löhne. Die Idee ist so simpel wie gut: Wer spart, gewinnt. Mit der Aktion "Energiesparmeister" wurden an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule in Löhne nun... mehr

Ein Museum zum Anfassen
Löhne. Für Sonja Voss schließt sich ein Kreis. Als Schülerin wurde sie von Dr. Johannes Henke unterrichtet. Der langjährige Vorsitzende des... mehr

22-Jähriger starb in Herzebrock-Clarholz bei Kollision mit einem Baum



24-jährige Frau in Steinheim erstochen



A 30: 51-Jähriger aus Bad Oeynhausen bei schwerem Unfall getötet



Bruder gesteht Tötung von Arzu Özmen



Bielefelder mit Verdacht auf Schlangenbiss



Fachmarktzentrum spaltet den Ort
mit 7 Kommentaren

Löhne. Das geplante Fachmarktzentrum in Mennighüffen spaltet: Bei einer Umfrage der Neuen Westfälischen, an der sich 578 Leser beteiligt haben... mehr

Wahlergebnisse live hier bei nw-news.de
mit 5 Kommentaren

Laufend informiert werden Sie am Wahlabend hier bei nw-news.de, dem Internetdienst der Neuen Westfälischen. Mit Schließung der Wahllokale haben wir... mehr


Fotos aus Löhne
Sportabzeichen 2012 der Bertold Brecht-Gesamtschule in Löhne.
Sportabzeichen 2012 der Bertold Brecht-Gesamtschule in Löhne.
Löhne: Hinter den Kulissen der Baustelle auf der A 30
Löhne: Hinter den Kulissen der Baustelle auf der A 30
Löhne: Gerhard Stühmeyer und die Ulenburg
Löhne: Gerhard Stühmeyer und die Ulenburg
Löhne: Mein Stadtteil Gohfeld
Löhne: Mein Stadtteil Gohfeld
Löhne: Gymnasiasten spielen "die rote Zora"
Löhne: Gymnasiasten spielen "die rote Zora"
Löhne: Grundschüler sind einen Tag bei der Feuerwehr.
Löhne: Grundschüler sind einen Tag bei der Feuerwehr.