Löhne (trau). Die Fraktion der Linken im Löhner Stadtrat will die Bundeswehr künftig aus den Schulen vor Ort verbannen. Sie stellt dazu einen Antrag, wie Linken-Chef Ulrich Adler in einer Pressemitteilung erklärt.
Der Antrag lautet: "Der Rat der Stadt Löhne beauftragt die Verwaltung, die Schulen der Stadt dahingehend zu beraten, eine Zusammenarbeit mit der Bundeswehr grundsätzlich abzulehnen." Hierzu gehören laut Adler Kooperationsverträge mit der Bundeswehr, die Einladung von Bildungsoffizieren in den Unterricht oder zu schulischen Veranstaltungen, Werbung für Ausbildungsgänge bei der Bundeswehr oder für ein Studium an einer Bundeswehrhochschule.
Auch die Werbung für Praktika in Bundeswehreinrichtungen, Exkursionen zu Bundeswehreinrichtungen oder von der Bundeswehr durchgeführten Veranstaltungen sowie die Teilnahme der Schulen an Wettbewerben, Jugendmessen, Arbeitsplatzbörsen, die von der Bundeswehr ausgestattet werden. Auch das Verteilen von Werbematerialien soll aufhören.
Als Begründung führt Adler an, dass das vermeintliche Lösen von Konflikten mit militärischer Gewalt einer gepflegten Kultur und den Erziehungsidealen der Gesellschaft widerspreche. "Wie sollen Jugendliche zum gewaltfreien Lösen von Konflikten erzogen werden, wenn das Vertreten von Wirtschafts- und Länderinteressen mit militärischen Mitteln von unseren Schulen und der Stadt unterstützt wird?", fragt er.
Auftrag der Schule sei es, alle wertvollen Anlagen der Schüler zur vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an Urteilskraft, gründliches Wissen und Können zu vermitteln.
Ziel müsse die Heranbildung von Persönlichkeiten sein, die fähig sind, der Ideologie des Nationalsozialismus und allen anderen zur Gewaltherrschaft strebenden politischen Lehren entschieden entgegenzutreten sowie das staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie, des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde, der Gleichstellung der Geschlechter und im Einklang mit Natur und Umwelt zu gestalten. "Diese Persönlichkeiten müssen sich der Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit bewusst sein, und ihre Haltung muss bestimmt werden von der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Menschen", so Adler.