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05.09.2011
LÖHNE
Zorniger Elmar Brok attackiert FDP-Mann Schäffler
Europaparlamentarier zu Gast bei der CDU in Löhne
VON MARTIN FRÖHLICH

Es geht ums Überleben | FOTO: MARTIN FRÖHLICH

Löhne. Schon vor Beginn der Küchenmeile ist die gesperrte Autobahn-Abfahrt einem prominenten Löhner Gast zum Verhängnis geworden. Der Europaabgeordnete Elmar Brok (CDU) kam wegen der Bauarbeiten auf der A30 zu spät zum Frühschoppen der heimischen Christdemokraten. Doch das war nicht der Grund für seine Angriffslustigkeit an diesem verregneten Sonntagvormittag.

Info
In Europa und OWL

Elmar Brok (65) sitzt seit 1980 im Europäischen Parlament. Er ist Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für konstitutionelle Angelegenheiten.

Zugleich ist Brok Bezirksvorsitzender der CDU in Ostwestfalen-Lippe.

Im Partyzelt auf dem Hof des Haus’ Beck hielt Brok einen Vortrag, der fast schon als Brandrede zu werten war. Der erfahrene Europaparlamentarier warb für die Rettung Griechenlands und anderer EU-Länder in Schwierigkeiten. "Wir müssen zusammenstehen, denn nur als Einheit hat Europa eine Chance." Nicht erst seit der Finanz- und Wirtschaftskrise gehe es um eine Neuordnung der Machtverhältnisse in der Welt. Der Westen sehe sich den aufstrebenden Riesen wie China, Indien, Brasilien, Russland und Australien gegenüber, die auch durch ihre Rohstoffvorkommen mächtiger würden.

Brok attackierte den Bünder FDP-Bundestagabgeordneten Frank Schäffler für dessen Aussagen zu Griechenland. "Er meint, wir sollten die Griechen Pleite gehen lassen. Lassen wir die dann verhungern oder was?" Deutschland müsse sich an den Marshallplan nach dem Zweiten Weltkrieg erinnern. "Da haben uns die Amerikaner geholfen, obwohl wir einen Krieg begonnen hatten."

Es gehe "in der schwersten ökonomischen Krise seit 60 Jahren" um nicht weniger als das Überleben und "da brauchen wir diese Schäffler-Aussagen nicht, die nur dazu dienen, die FDP wieder auf fünf Prozent zu hieven".

Brok forderte strenge Regeln für den Finanzsektor, die Transaktionssteuer für Kapitalgeschäfte und eine stärkere Kontrolle der EU-Staaten, um die Stabilität zu erhalten. "Denn wir haben keine Eurokrise, auch wenn das behauptet wird." Es gebe Euro-Länder in der Krise. Die Währung aber sei stabil. Sie unterliege einer niedrigeren Inflation als die D-Mark zum Schluss. "Auch wenn mir meine Frau das nicht glauben will, wenn sie vom Einkauf kommt."

Für Florian Dowe, den Stadtverbandvorsitzenden der CDU in Löhne, war es "eine spannende und überzeugende Rede". Er selbst habe zuvor auch die Hilfe für Griechenland in Zweifel gezogen, aber jetzt sehe er einiges klarer. "Vor allem die Erinnerung an den Marshallplan tat gut."


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Kommentare
Was der sich aufregt der Brok soll mal lieber an das Finanzamt denken was er selbst noch zu leisten hat oder hat er etwa seine Schulden schon getilgt.

Mit seinem Marshall-Plan-Vergleich liegt Herr Brok peinlich daneben, denn die Griechen haben ihren Marshall-Plan bereits hinter sich. Wo sind denn die EU-Hilfen und Mrd.-Darlehen der letzten Jahrzehnte geblieben? Sie wurden offensichtlich nicht sinnvoll eingesetzt. Wenn er dann noch das Bild von "verhungernden Griechen" zeichnet, ist das im Hinblick auf die verhungernden Kinder in Ostafrika zynischste Polemik. Herr Brok, so nicht!

Herr Brok hat beste Chancen, es Herrn Kopper von der Deutschen Bank gleichzutun und als "Peanuts-Politiker" auf dem Müllhaufen der Geschichte zu landen, bezeichnete er doch jüngst in einem LZ-Interview die 211-Mrd. €-"Rettungsmaßnahmen" als "Kleinigkeiten", an denen Unternehmer nicht herumnörgeln sollten. Geht es noch dummdreister?Abgeordnete, ab in die Produktion!

Es gibt Regeln. Nur Deutschland hat die 3% zuerst gerissen. Es findet ein ungezügelter Kapitalismus einiger Oligarchen im Finanzsektor statt. Von Hilfe kann man da nicht reden, Ausweiden wäre ein passender Begriff.

Ich wuerde Europa auch lieben, wenn ich fuer wenig echter Arbeit, viel Nonsense-Gerede(Japan mit Schiffen evakuieren) und vielen Annehmlichkeiten ein fuerstliches monatliches Gehalt zzgl. Pensionen bekommen wuerde. Da redet man auch Dinge lebendig, die eigentlich eher tot sind.



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