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02.02.2012
KREIS HERFORD
Standhafte Pfeiler im Strom der Zeit
Lesenswerte Broschüre über Denkmäler im Kreis Herford
VON THOMAS HAGEN

So macht (Bau-)Geschichte Spaß | FOTO: HAGEN/MONTAGE: KIEL-STEINKAMP

Kreis Herford. Manche werden mit Füßen getreten, andere strahlen durch Lichteffekte in der Dunkelheit - einige sind in ihr versunken: Denkmäler erleiden unterschiedliche Schicksale. Manchmal überleben sie die Zeitläufte nur, weil sich couragierte Privatleute ihrer erbarmen - so wie Dr. Ulrich Malz aus Vlotho.

Er ist vom neuen bild-geprägten Werk des Kreisheimatvereins ebenso angetan wie der neugierige Betrachter ohne großes Geschichtsinteresse. In der ersten Folge der Reihe "StippvisitenSpezial" werden aus den Städten Herford, Löhne und Vlotho je zehn Denkmäler unterschiedlichster Ausprägung (Naturdenkmal, bewegliches Denkmal oder Bodendenkmal) vorgestellt. Farbliche Register machen die Orientierung leichter.

Das Blättern im von Designerin Conni Fritz ansprechend gestalteten und NW-Fotograf Frank-Michael Kiel-Steinkamp einfühlsam ins Bild gesetzten Heft gerät so schnell zur Entdeckungstour. Etwa der "Tremel ohne Hut", die zu ihrer Zeit wegweisende Bauhausvilla an der Vlothoer Straße in Herford oder Talbrücke Exter als Technisches Baudenkmal. Jedem Denkmal - sei es Stadtvilla, Burganlage, Gotteshaus, Fabrikanlage oder im Boden vergrabene Stiftsmühle (wie der Linnenbauerplatz) - werden zwei Seiten gewidmet.

Aus jedem Denkmal werden Details herausgearbeitet, daneben gibt es die Rubrik "Gleich nebenan". Hier werden fußläufig erreichbare sehenswerte Orte vorgestellt. Dazu gesellen sich als Randnotizen Hinweise auf angrenzende Gebäude und Tipps für Stadtführungen sowie Bücher und Internet-Adressen.

Und da es in jeder Stadt auch Menschen gibt, die sich ehrenamtlich für die Denkmal- oder Stadtbildpflege stark machen, bekommen sie ebenfalls ein Forum. Angereichert wird es mit der Rubrik "Das gerettete Denkmal". So wird deutlich, wie wichtig diese Zeugnisse der Vergangenheit auch für die Zukunft sind. Praktischen Nutzen hat auch die "Kleine Geschichte der westfälischen Denkmalpflege" im Schlussteil.

Monika Guist vom Kreisheimatverein beschreibt die Absicht: "Denkmale sind Zeitmesser in einer sich verändernden Umwelt. Sie sollten bewahrt werden und uns Orientierung geben. Das Gesicht einer Stadt wächst - mit dem Alten und dem Neuen." Initiiert wurde das Heft von Heinz-Werner Neumann von der Sparkassenstiftung, die dem Team um Guist, Kreisheimatpfleger Eckhard Möller und Christoph Mörstedt finanziell unter die Arme griff.

Wer die beiliegende Quizkarte richtig ausfüllt, kann eine Ballonfahrt über das Wittekindsland gewinnen. Die Broschüre (Auflage 1.000 Stück) soll auch junge Menschen mitnehmen auf dem Weg zur Wertschätzung ihrer Heimat. Erhältlich ist sie in Buchhandlungen (Schutzgebühr 4,80 Euro) oder www.kreisheimatverein.de.


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