Rolf Lenz’ schier endloser Kampf mit der Telekom um neuen Telefon- und Internetzugang
Löhne. Weit im Voraus plante Rolf Lenz aus Löhne-Ort den Wechsel seines Telefon-Anbieters. "Ich bin beruflich auf den Festnetzanschluss angewiesen, das musste reibungslos klappen", sagt er. Bereits im Juli 2011 schloss er einen Vertrag mit der Telekom ab, der im November in Kraft treten sollte. Doch das Ende vom Lied: "Der Vertrag verschwand offensichtlich im digitalen Nichts."
Sein alter Anschluss wurde am 19. November abgeklemmt. Zwei Monate lang war Rolf Lenz völlig "offline", ehe er Mitte Januar endlich wieder Internet-Anschluss bekam und über Festnetz telefonieren konnte - allerdings nicht, wie vor acht Monaten schriftlich vereinbart, unter seiner alten Nummer.
Bis es so weit war, absolvierte Lenz wahre Marathonsitzungen an der Telekom-Hotline; sein Schriftwechsel wegen dieses Falles füllt mittlerweile Bände.
Dabei wollte der Löhne-Orter ganz auf Nummer sicher gehen: "Sechs Wochen vor dem 19. November habe ich mich bei der Telekom nach dem Status meines Auftrages erkundigt. ,Überhaupt kein Problem, alles in Ordnung, machen Sie sich keine Sorgen’, lautete die Antwort." Alle nötigen Geräte und Unterlagen würden ihm kurz vor dem Wechseltermin 19. November zugeschickt, versicherte man ihm.
Lenz war beruhigt. Doch als sich bis zum 18. November absolut nichts tat, war es mit seiner Ruhe vorbei. Erneut rief er bei der Telekom an: "Erst hieß es, dass überhaupt kein Auftrag existiert - dann, dass mein Auftrag vom Juli ,wegen weiteren Beratungsbedarfs’ schon im August zurückgegangen sei."
Der Löhne-Orter ist sich ganz sicher, dass er es jedenfalls nicht war, der weitere Beratung nötig gehabt hätte. Dass der Vertrag vom Juli einfach verschwand, regt ihn noch immer auf: "Ich bin als System-Ingenieur ein wenig vom Fach. Deshalb glaube ich nicht, dass hier ein technisches Problem vorliegt. Viel wahrscheinlicher sind irgendwelche Kommunikationsprobleme innerhalb der Telekom."
Zu seinem Unmut über die Panne gesellte sich zusätzlich noch der Frust über schier endlose Wartezeiten in der Telefon-Hotline. Nun drohte Lenz weiteres Warten: "Ich musste einen komplett neuen Vertrag abschließen, der aber erst zum 12. Dezember wirksam werden sollte." Lenz willigte widerwillig ein - und war schon gar nicht mehr überrascht, als auch dieser Termin wieder nicht klappte.
Nach einer ganzen Reihe von technischen Notlösungen wie UMTS-Stick, "temporärem" DSL-Anschluss und Zuteilung von erst einer, dann insgesamt drei neuen Rufnummern dauerte es bis zum 13. Januar, ehe Lenz endlich über das vor Monaten bestellte Telefon- und Internetpaket verfügen konnte. Doch bis heute wartet er immer noch vergebens auf seine alte Rufnummer. Den nötigen "Portierungsauftrag" hatte Lenz bereits im Juli erteilt.
Rolf Lenz hat bis heute noch keine Erklärung für die aufgetretenen monatelangen Verzögerungen erhalten. Jetzt will er der Telekom eine Frist setzen zur Freischaltung seiner alten Rufnummer, sonst will er kündigen. "Mein Vertrauensverhältnis zu diesem Anbieter ist so komplett zerstört, da sehe ich gute Chancen, eine fristlose Vertragsauflösung durchzusetzen."