Löhne. "Viele Leute schlugen uns die Tür vor der Nase zu. Aber es gab auch welche, die gleich erzählten, wie sie selbst Brüder und Verwandte im Krieg verloren haben." So unterschiedlich waren die Erfahrungen der Realschüler, die an mehreren Nachmittagen für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gesammelt haben.
"Dass die Weltkriege lange her sind, heißt ja nicht, dass uns das Thema nicht betrifft. Wir glauben, dass es auch uns Jugendliche angeht", sagte Michelle Bullerjahn. "Die Gräber halten uns die Folgen von Krieg und Gewalt vor Augen", sagte Norbert Burmann, Kreisgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
Die Realschule Königstraße war die einzige Löhner Schule, die sich im letzten Jahr an der Aktion beteiligte. Schulleiter Hans-Rainer Krahe war positiv überrascht über das Interesse seiner Schüler an diesem Thema: "Ich bin in die Klassen gegangen und habe gefragt. Es wollten wesentlich mehr Schüler mitmachen als benötigt."
Die Erfahrungen der Schüler an den Löhner Haustüren waren äußerst unterschiedlich. "Viele Leute wussten gar nicht, um was es bei der Sammlung eigentlich geht", sagte Robin Mann. Die Realschüler gaben offen zu, dass auch sie vor dieser Sammelaktion gar nicht wussten, was Kriegsgräberfürsorge eigentlich bedeutet. Bei ihrem Weg von Tür zu Tür gingen die Schüler oftmals wieder mit leeren Händen. Am häufigsten bewegten sich die gespendeten Summen zwischen 50 Cent und ein bis zwei Euro, nur ein Spender gab einen Zehner. Insgesamt kamen 287 Euro zusammen.
Die Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreut mehr als 2,3 Millionen Gräber in 45 verschiedenen Ländern. "Wir arbeiten zwar im Auftrag der Bundesregierung, doch wir finanzieren uns fast ausschließlich über Spenden", erläuterte Norbert Burmann. Der Kreisgeschäftsführer bedankte sich herzlich für das Engagement der Löhner Realschüler und überreichte jedem von ihnen eine Urkunde. Die Sammelaktion wird auch dieses Jahr wieder zum Volkstrauertag durchgeführt.