Löhne. 32 Prozent müssen erreicht werden, 24,1 Prozent sind geschafft. Diese Lücke muss die Stadt Löhne bis August 2013 schließen, wenn es um den Rechtsanspruch für einen Platz in der U-3-Betreuung für Kinder geht. Löhne wird diese Quote erfüllen, wenn auch nicht wie geplant. Es wird weniger Kita-Plätze und mehr Plätze in der Tagesbetreuung geben. Der Grund: Das Land zahlt weniger Zuschüsse als geplant.
"Ursprünglich haben wir mit einem Verhältnis von 85 Prozent Kita-Plätzen und 15 Prozent Plätzen in der Tagesbetreuung gerechnet. Das wird sich auf das Verhältnis 70 Prozent Kita und 30 Prozent Tagesbetreuung verschieben", sagt Gaby Lappatis, die beim Jugendamt für die U-3-Betreuung zuständig ist.
Im laufenden Kindergartenjahr werden bei den Unter-Dreijährigen 174 Kinder in Kindertagesstätten betreut, 58 in der Kindertagespflege. "Nach den Rückmeldungen, die wir bekommen, ist der Bedarf zurzeit gedeckt. Wir gehen aber davon aus, dass er weiter steigen wird", sagt Jugendamtsleiter Jürgen Förster.
Dass sich die Betreungsmöglichkeiten für Kinder deutlich verbessern müssen, steht seit Jahren bei allen Parteien ganz oben im Wahlprogramm. Entsprechend einig sind sich alle Beteiligten, dass der Rechtsanspruch sinnvoll ist. Wie meistens fangen die Probleme beim Geld an.
Aus Landes- und Bundesmitteln kann die Stadt für den Ausbau der Betreuung rund 601.000 Euro erwarten. Dieses Geld ist für Anbau, Umbau und Ausstattung von Kindertagesstätten für die U-3-Betreuung vorgesehen. "Mit diesen Fördermitteln können allerdings nicht alle Ausbauvorhaben umgesetzt werden", sagt Förster. Ziel der nächsten Monate sei die Aufstellung einer Prioritätenliste in Abstimmung mit den Kindergartenträgern. Dort, wo der Bedarf am größten ist, soll Geld fließen. Das bedeutet, das nur Teil der Aus- und Anbauwünsche erfüllt wird.
Trotz des fehlenden Geldes kann jedoch die Quote von 32 Prozent erfüllt werden. Allerdings kann es passieren, dass Eltern, die ihr Kind gerne in einer Tagesstätte betreuen lassen möchten, keinen Platz bekommen. Als Ausweich kommt dann die Tagespflege ins Spiel. "So können wir die Lücke schließen. Das bedeutet aber auch, dass wir für die Tagespflege mehr qualifizierte Kräfte brauchen", sagt Förster. Wie viele Kinder von dieser Verschiebung der Anteile betroffen sind, ist unklar. "Das werden wir jetzt ermitteln", sagt Gaby Lappatis
Bei den Planungen dürfe man nicht nur über den kurzfristigen Bedarf nachdenken. Wichtig sei, die demographische Entwicklung im Auge zu haben. Darum sei auch der Neubau einer Kindertagesstätte ausgeschlossen. Förster: "Ein Neubau bedeutet, dass das Gebäude für mindestens 20 Jahre so genutzt werden muss. Für einen solchen Zeitraum kann man nicht planen."