Polizei will Leben retten und die Raser bremsen / Vier Kontrollstellen auf Löhner Straßen
Löhne (me). Elvira Dalbert tritt gerne mal etwas kräftiger aufs Gaspedal. Als Taxifahrerin hat sie es nach eigener Aussage oftmals etwas eilig. Heute und morgen will die Löhnerin allerdings Gefühl im rechten Fuß walten lassen. Grund dafür ist der 24-stündige Blitz-Marathon der Polizei (die NW berichtete). Damit will das Landesinnenministerium auf die gestiegene Zahl der Verkehrstoten reagieren.
"Auch wir werden zahlreiche Kontrollen durchführen. Mit und ohne Anhalten", berichtet Polizeisprecher Joachim Thater-Klas auf Nachfrage der NW. Er stellt klar, dass es bei der Aktion unter dem Titel "Brems dich - rette Leben" nicht darum geht, Autofahrer besonders zu ärgern oder sie abzukassieren.Vielmehr gehe es darum, Raser zu sensibilisieren und so zu einem adäquaten Fahrverhalten zu erziehen, sagt der Polizeisprecher. Hintergrund der massiven Kontrollaktion ist die Tatsache, dass die Unfallzahlen erschreckend gestiegen sind. Auch im Kreis Herford ging der Trend nach oben: Im vergangenen Jahren kamen neun Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben - trauriger Höchstwert seit 2007 (10 Verkehrstote). Thater-Klas: "Zu schnelles Fahren ist der Killer Nummer eins."
An insgesamt 29 Messstellen werden die Beamten der Kreispolizeibehörde Freitag ab 6 Uhr im Einsatz sein. Unterstützt werden sie dabei von Mitarbeitern des Kreises und der Stadt Herford, die sich mit ihren Messfahrzeugen an elf zusätzlichen Messstellen ebenfalls an dem Großeinsatz beteiligen. Dabei setzt die Polizei auf Transparenz und gibt die Kontrollpunkte im Vorfeld der Aktion bekannt. In Löhne müssen Autofahrer an der Oeynhausener Straße, Koblenzer Straße, Herforder Straße und Bergkirchener Straße mit Geschwindigkeitsmessungen rechnen (eine Liste mit den Messpunkten für den gesamten Kreis Herford gibt es im Internet auf
www.nw-news.de/loehne). Darüber hinaus müssten Autofahrer überall und zu jeder Zeit mit weiteren Kontrollen rechnen, so der Chef der Direktion Verkehr, Björn Brocks.
Taxifahrerin Elvira Dalbert will ihr Fahrverhalten in den nächsten 24 Stunden den Schwerpunktkontrollen anpassen. "Normalerweise kennt man in diesem Beruf die bekannten Messstellen und Fahrzeuge der Polizei und des Kreises. Doch darauf möchte ich mich an diesen Tagen nicht verlassen", sagt sie.