Posaunenchor Mennighüffen feiert seinen 140. Geburtstag mit einem Geburtstagskonzert
Löhne. Sie bringen Geburtstagskinder zum Lachen und begleiten Menschen musikalisch auf ihrem letzten Weg. Sie gestalten Gottesdienste. Der Posaunenchor Mennighüffen begleitet seit 140 Jahren alle wichtigen Ereignisse der Kirchengemeinde. Höchste Zeit, dass sich die Chormitglieder selbst etwas Gutes tun. Samstag war es endlich soweit. Anlässlich des 140. Geburtstages spielten sie sich ihr Geburtstagsständchen selbst. Ganz nebenbei ließen sich davon auch hunderte Mennighüffer begeistern.
In Anlehnung an den Konzertbeginn mit der "Merklinger Festmusik" mit dem Choral "Du meine Seele, singe" von Johann Georg Ebeling gab Chorleiter Fabian Scarabis dem Geburtstagskonzert den Titel "Du meine Seele, klinge".
"Mit unseren Instrumenten suchen wir den Kontakt zu Gott", sagte Scarabis zur Begrüßung der Zuschauer. Mit im Publikum saßen neben dem Ehrenvorsitzenden Hermann Hüsing auch neun Nachwuchsmusiker des Posaunenchores, die beim nächsten Konzert schon mit auf der Bühne spielen werden.
Der 22-Jährige dirigierte 40 Chormitglieder, moderierte souverän das Konzert und gab seinen Zuhörern einen historischen Überblick über die Geschichte evangelischer Posaunenchöre.
"Vor 140 Jahren waren Posaunenchöre noch zarte Pflänzchen, die oft unbeachtet blieben. Heute sind Posaunenchöre wichtige musikalische Standbeine von evangelischen Gemeinden", so Scarabis.
Zudem waren im Gründungsjahr des Mennighüffer Posaunenchores ausschließlich Männer Mitglieder, die ausschließlich Choräle und Volkslieder spielten. Im Jahr 2012 spielen Männer mit Frauen und Jugendliche mit Senioren. Auch sie spielen Choräle und Volkslieder, aber nicht mehr ausschließlich. Hinzu kamen in den vergangenen Jahrzehnten moderne Melodien und Kompositionen. "Und genau das macht unseren Posaunenchor auch aus. Wir vereinen die Tradition mit dem Fortschritt", sagte Scarabis.
Das gelang dem jungen Chorleiter beim Zusammenstellen des Konzertprogramms. Neben Chorälen aus dem 17. Jahrhundert, klassischen Kompositionen von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy sowie dem Lied "Lobe den Herren" zu Psalm 150 nach einer Melodie von Bernd Draffehn beendete der Chor das Konzert mit dem Filmmusiktitel "Gabriellas Song".
Das sorgte für reichlich Applaus und sehr viel Lob. "Unser Posaunenchor schafft eigentlich etwas Unmögliches", sagte Zuschauerin Elke Wiedermann. "In Zeiten, in denen Vereine über Nachwuchssorgen und kirchliche Gruppen über Mitgliederschwund klagen, musiziert unser Posaunenchor nach wie vor mit so vielen unterschiedlichen, aber gleichsam begabten Musikern."
Über so viel Lob freuten sich die Chormitglieder, denn sie haben sich unter der Leitung von Scarabis ein Jahr lang auf ihren musikalischen Höhepunkt im Jahr 2012 vorbereitet. "Fabian ist noch sehr jung, trotzdem kann er uns Menschen begeistern und uns Musiker fachlich leiten", lobte Karl-Siegfried Mülke, der seit 1957 mit seinem Freund Harald Kipp Teil des Posaunenchores ist.
Die vergangene Woche verbrachten die 40 Blechbläser jeden Tag beim Proben zusammen. Und es hat sich gelohnt. "Das war ein wunderschönes Konzert. Ich möchte mir unsere Kirchengemeinde nicht ohne die Bläser vorstellen", sagte Zuschauer Manfred Bröker.