Hüllhorst-Oberbauerschaft. Die Löschversuche des Inhabers Jörg Hoffmann waren umsonst. Seine Firma, Hoffmann Metallverarbeitung an der Beendorfer Straße 37 in Oberbauerschaft, ist am Freitagabend ausgebrannt. Der Schaden wird auf eine Million Euro geschätzt. Menschen wurden offenbar nicht verletzt.
Firmeninhaber Jörg Hoffmann hatte den Brand um 20.56 Uhr selbst gemeldet. Er arbeitete in seinem Betrieb, als er das Feuer bemerkte und vergeblich versuchte, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu ersticken.
Der durch Schleifarbeiten entstehende Metallstaub wirke wie ein Brandbeschleuniger. Das Feuer breite sich in kürzester Zeit aus. Das erläuterte der Lübbecker Hauptkommissar Wilfried Bartsch am Einsatzort. Mehrere hundert Meter stieg die Rauchsäule hoch und war weithin zu sehen.
Ob mit dem Rauch auch Gifte ausgetreten sind, konnte nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund einer großen Qualm- und Rauchwolke wurden deshalb vorsorglich Rundfunkdurchsagen veranlasst, um die Bevölkerung zu warnen. Einsatzkräfte der Feuerwehr aus Minden rückten mit einem Messfahrzeug an. Zunächst habe es keine Anzeichen von giftigen Dämpfen gegeben, hieß es. Zudem hatten Mitarbeiter von RWE und einem örtlichen Gasversorger vorsorglich die Leitungen in der Nähe der brennenden Firma abgedreht. Durch eine nah am Gebäude verlaufende Gasleitung bestand Explosionsgefahr.
Vor Ort waren insgesamt 120 Einsatzkräfte. Alle sechs Löschzüge der Feuerwehr Hüllhorst und die Feuerwehr Lübbecke Mitte kämpften gegen die Flammen. Den Einsatz leitete Michael Kirchhoff, Leiter der Feuerwehr Hüllhorst. Das Deutsche Rote hatte für alle Fälle einen Rettungswagen bereit getellt.
Ilona Hoffmann, die Frau des Firmeninhabers, stand unter Schock. Das Wohnhaus der Inhaberfamilie liegt direkt neben dem 1.850 Quadratmeter großen Firmenkomplex. Es wurde zwar nicht von den Flammen ergriffen. Doch der Qualm machte es für die nächste Zeit unbewohnbar. Die Familie kommt nun bei Verwandten unter.
Gegen 22 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Man geht von einem Totalschaden aus. "Das Gebäude scheint völlig ausgebrannt zu sein", sagte Hauptkommissar Bartsch. Geschätzter Sachschaden: eine Million Euro. Der Brandort wurde beschlagnahmt. Die Kriminalpolizei ermittelt.
Ilona Hoffmann kritisiert abschließend, dass es auf der Oberbauerschafter Straße zur Brandzeit kaum ein Durchkommen gegeben habe: "Das ist einfach pietätlos." Selbst "dumme Sprüche" habe sie sich von Schaulustigen anhören müssen. Großes Lob spendet die Ehefrau des Unternehmers dagegen den Einsatzkräften: "Die Feuerwehrleute haben uns sehr gut versorgt."