Espelkamp. So hatte Daniel Götz sich seinen Urlaub in Österreich bestimmt nicht vorgestellt. Eine abgespaltene Kniescheibe, eine geprellte Lunge und Risswunden an Kopf und Körper sind das Ergebnis eines Wochenendes in den Bergen. Doch Daniel Götz, dem Espelkamper, der am Sonntag mit drei Freunden aus Bergnot gerettet wurde, geht’s schon wieder recht gut.
Daniel und seine Espelkamper Freunde - alle im Alter zwischen 18 und 21 - waren am Sonntagnachmittag von Hallstatt im Bezirk Gmunden in den Seewandklettersteig eingestiegen. Die Wand ist 800 Meter hoch und hat den Grad "sehr schwierig". Die gut ausgerüstete Gruppe bewältigte sie ohne Probleme.
"Nach dem Ausstieg gegen 15.30 Uhr haben wir uns auf den Rückweg zur Gjaidalm und zur Seilbahnstation gemacht", sagt Daniel, "dabei sind wir irgendwie vom Weg abgekommen". Um 18.30 Uhr hätten sie vor einer schräg abfallenden Felsplatte gestanden und versucht, an dieser Stelle hinunterzuklettern.
Daniel rutschte ab und rollte mindestens 30 Meter in die Tiefe. "Ich kann mich erinnern, dass ich mehrere Male aufgeprallt bin", schildert der 20-Jährige das Unglück aus seiner Sicht, "in dem Moment hab’ ich nur noch gebetet." Am Fuße der Wand sei er kurz ohnmächtig geworden, einer seiner Freunde habe ihn wieder "geweckt".
Kurze Zeit später sei der Notarzthubschrauber "Christophorus 14" gekommen und habe ihn an einem etwa 40 Meter langen Bergetau aus dem unwegsamen Gelände geborgen. Nach einer Notversorgung im Tal flogen die Piloten ihn ins Unfallkrankenhaus Salzburg.
Dort geht es dem Espelkamper den Umständen entsprechend gut. Seine geprellte Lunge mache ihm noch ein wenig zu schaffen, "aber das wird schon wieder". Das Personal im Krankenhaus, so Daniel, sei sehr nett zu ihm. Seine drei Freunde besuchen ihn regelmäßig. "Wenn ich Glück habe, komme ich am Wochenende schon nach Hause", sagt der 20-Jährige.
Vom Bergsteigen will Daniel so schnell nichts mehr wissen: "Ich glaube, ich möchte nicht mehr klettern."