Oppendorfer feierten 750. Geburtstag ihres Ortes mit großem Straßenfest
Stemwede-Oppendorf. Der Zapfhahn saß, das Freibier floss – und die Oppendorfer stießen miteinander an. Auf den Geburtstag ihres Dorfes und auf eine außergewöhnliche Leistung der Dorfgemeinschaft.
Vor 750 Jahren wurde Oppendorf erstmals urkundlich erwähnt. Dazu hatte es im Februar bereits einen Fest-Abend gegeben, doch war am gestrigen Sonntag das ganze Dorf auf den Beinen. Für einen Tag verwandelte sich die Oppendorfer Straße in eine Fußgängerzone – und dort gab es allerhand zu entdecken. 750 Jahre Oppendorf – das war gestern eine Gelegenheit für einen Rückblick. Wie das Handwerk vergangener Jahrhunderte aussah, welch schwere Arbeit das mitunter war, das konnten die Besucherinnen und Besucher aus dem Lübbecker Land und dem benachbarten Niedersachsen erleben.
Schmiedekunst wie vor 750 Jahren stellten beispielsweise Adrich Hoff und Christoph Straßmeyer aus Kirchdorf vor. Ob Hufbeschlag oder Klingen, gefertigt werde alles, meinte Hoff. Das Interesse der Menschen an den Vorführungen sei groß. Ähnlich sah es auch bei Mitgliedern des Heimatvereins Varl/Varlheide aus, die unter anderen die Herstellung von Holzschuhen vorführten. Winterarbeit sei das früher gewesen, sagte Walter Nolte, während er das Erlenholz mit einem Krummhauer bearbeitete. An ein früher in Oppendorf vorhandenes und mittlerweile völlig vergessenes Handwerk erinnerte Dieter Sander. Dessen Vater übte noch das Handwerk des Stellmachers aus und besaß dafür sogar einen Meisterbrief. Das Schicksal der Stellmacher sei von den gummibereiften Rädern besiegelt worden, meinte Sander. Den Betrieb seines Vaters gebe es nicht mehr. Die Tradition aber, an die wolle er erinnern.
Zu Gast waren auch Mitglieder des Heimatvereins Levern, die auf Einladung der Oppendorfer unter anderem die Flachsverarbeitung vorstellten. Gern unterstütze man die Oppendorfer bei deren Fest, sagte Vorsitzende Ingrid Hölscher. "Es ist ein wunderbares Fest, dafür haben sich die Oppendorfer sehr viel Mühe gegeben." Die gegenseitige Unterstützung helfe auch, Ortsteildenken zu überwinden. Lob für das gelungene Fest gab es gestern von vielen Seiten.
Tradition auf der einen Seite, Moderne auf der anderen Seite: Das Oppendorf auch nach 750 Jahren ein lebendiges Dorf ist, das zeigten die Vereine. So stellten sich nicht nur die Spielleute vor. Auch die Voltigier-Gruppe des Reitervereins stellte ihr Können unter Beweis.
Begonnen hatte der Tag mit einem Gottesdienst auf der Deele des Hofes Wäring. Die Predigt hielt Pfarrer Ulrich Mentemeier. Gemeinsam mit Gambrinus, dem Schutzpatron der Bierbrauer, stach Friedbert Bohne anschließend das obligatorische Freibier an. Dabei dankte der Vorsitzende des Förderkreises Dorfentwicklung allen Oppendorfern, die sich an den Vorbereitungen für das große Dorffest beteiligt hatten.