Paukenschlag in Lübbecke und Pr. Oldendorf
CDU holt in beiden Kommunen das Bürgermeisteramt / Herbe Verluste für die Union in Hochburgen
Lübbecke/Espelkamp/Rahden/Pr. Oldendorf/Hüllhorst/Stemwede. Mit zwei Bürgermeisterwechseln – in Lübbecke und in Pr. Oldendorf – sowie zum Teil deutlichen Stimmenverlusten und -gewinnen der Parteien erlebten die Bürger am Sonntag das spannende Ende eines im Großen und Ganzen ruhigen Wahlkampfes.
Kurz nach 20 Uhr war den Mitarbeitern der Lübbecker Stadtverwaltung klar: "Wir bekommen einen neuen Chef." Gleich darauf war CDU-Kandidat Eckhard Witte umringt, zunächst von Ehefrau Sabine und Sohn Robin, dann von Parteifreunden und politischen Kontrahenten, zu denen auch die scheidende Bürgermeisterin Susanne Lindemann (SPD) zählt.
Witte und Lindemann hatten sich gut zwei Stunden lang ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert, aus dem Witte schließlich mit 45,19 Prozent der Stimmen siegreich hervorging. Auf Lindemann entfielen 42,50 Prozent.
Einen echten Wahlkrimi erlebten auch die Pr.Oldendorfer. Mit nur 165 Stimmen mehr warf der Bürgermeisterkandidat der CDU, Jost Egen, die amtierende Bürgermeisterin Anke Korsmeier-Pawlitzky aus dem Rennen. Noch vor fünf Jahren gönnte sich ein Pr.Oldendorfer Christdemokrat nach der Wahl einen Magenbitter, als CDU-Mann Herbert Weingärtner gegen die Kandidatin der SPD Anke Korsmeier-Pawlitzky verlor. Jetzt knallten bei der CDU wohl die Sektkorken. Dabei sah es anfangs noch gar nicht unbedingt nach einem Wechsel in der Chefetage des Rathauses aus. Im als ersten ausgezählten Stimmbezirk Lashorst erhielt Anke Korsmeier-Pawlitzky 96 Stimmen, Egen lediglich 59. Auch als die Hälfte ausgezählt war, lag Korsmeier-Pawlitzky mit 50,61 Prozent noch knapp vor ihrem Herausforderer Egen. Doch dann wendete sich das Blatt und nach Auszählung aller Stimmen lag Egen, der bislang noch als Gemeindedirektor in Eystrup tätig ist, vorne. Jubel bei der CDU. Betretene Gesichter bei der SPD und Anke Korsmeier-Pawlitzky. "Das ist eben Demokratie", so das erste Statement der Wahlverlierer.
Einen Wechsel wird es auch in Stemwede geben. Gerd Rybak (CDU) ist Nachfolger des scheidenden Bürgermeisters Ekkehardt Stauss (CDU). Rybak verbuchte 60,24 Prozent. SPD-Kandidat Wilhelm Riesmeier schaffte 30,39 Prozent – knapp acht mehr als vor fünf Jahren. Martin Schmidt von der erstmals bei einer Wahl in Stemwede antretendenFreien Wählergemeinschaft verbuchte 9,38 Prozent.
Herbe Verluste fuhr die CDU in Rahden ein. Bernd Hachmann (CDU) wurde mit 63,33 Prozent zwar wiedergewählt – verlor aber im Vergleich zu 2004 rund 20 Prozent. Der unabhängige Kandidat Dieter Gronert verbuchte 36,37 Prozent. Erstmals seit 1973 hat die CDU auch ihre absolute Mehrheit im Rahdener Rat verloren.
Die Hüllhorster setzen weiterhin auf Wilhelm Henke (SPD). Zwischen ihm und Horst Ramspoth (CDU) lagen fast 30 Prozent. Ramspoth erklärte noch gestern abend seinen Rücktritt als Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes, will aber sein Ratsmandat wahrnehmen.