Stemwede-Niedermehnen (sl). Der süßliche Geruch ist deutlich wahrnehmbar. Aus dem Gebäude an der Niedermehner Straße in Stemwede (Kreis Minden-Lübbecke) strömt er durch die geöffneten Fenster nach draußen. Drinnen ist eine Art Ernte angesagt – allerdings anders als von den Plantagenbetreibern erhofft.
Der Polizei Nienburg ist ein Schlag gegen die Drogenkriminalität gelungen. Die Beamten haben Cannabis-Indoor-Plantagen in Hoya (Landkreis Nienburg), Blender (Kreis Verden) und in Niedermehnen ausgehoben. In Hoya waren die Beamten durch einen Hinweis aus der Bevölkerung auf die Spur der illegalen Plantage gekommen, teilte Gabriele Mielke, Sprecherin der Polizei Nienburg, mit. Ermittler fanden bei der Durchsuchung nicht nur eine professionelle Aufzuchtstation, sondern auch 450 Pflanzen. Im Haus trafen die Polizisten einen 54-Jährigen an. Er wurde gestern dem Haftrichter vorgeführt, wie die Staatsanwaltschaft Verden (Aller) mitteilte.
In Blender stellte die Polizei 360 Pflanzen sicher, in den Räumen einer ehemaligen Gaststätte in Niedermehnen rund 1.200 Cannabis-Pflanzen. Für die Durchsuchung in Niedermehnen war das Sondereinsatzkommando aus Bielefeld zur Unterstützung angefordert worden. Personen seien aber nicht angetroffen worden, teilte der Mindener Polizeisprecher Klaus-Peter Lauterbach mit.
Professionell angelegte Gärten
Auch die Niedermehner Anlage sei professionell betrieben worden, sagte Lauterbach. In fünf Räumen war der Boden mit Teichfolie ausgelegt und ein Belüftungssystem konstruiert worden. Aufwändig war auch die Beleuchtung für die Pflanzen. Die Technik werde abgeräumt, so Lauterbach. Gestern Mittag begannen Beamte der Mindener Polizei damit, die Pflanzen aus der ehemaligen Gaststätte auszuräumen. Die Cannabis-Pflanzen werden nach Angaben der Polizei geschreddert, mit anderem Müll vermischt und dann fachgerecht entsorgt.