Tausende Menschen in der Innenstadt / So mancher war auf der Suche nach dem Traumpartner
Lübbecke. "Ich wohne jetzt 14 Jahre in Frankfurt. Aber Heiligabend zieht es mich jedes Jahr nach Lübbecke, um alte Freunde wieder zu sehen und neue Leute kennen zu lernen. Außerdem suche ich ja auch immer noch meine Traumfrau", sagte Peter Steinmann lachend. Mit dieser Einstellung befand der gebürtige Lübbecker sich beim Heilig-Mittag-Treff in bester Gesellschaft.
Tausende Menschen kamen aus Nah und Fern nach Lübbecke, um ungezwungen zu plaudern, das Jahr in Gesprächen Revue passieren zu lassen, oder sich einfach nur in einer netten Runde auf die Bescherung im Kreis der Familien einzustimmen. Überwiegend waren es jüngere Leute, die sich fröhlich zuwinkten und Partystimmung verbreiteten. Aber auch Senioren wie der Lübbecker Manfred Pieper waren vor den Feiertagen fröhlich und ausgelassen.
Die Leipzigerin Julia Fellmer stand mit ihrem Sohn Julius auf dem Arm vor der Bühne am Adventskalender und erzählte, ihr Mann Peter Fellmer sei in Lübbecke aufgewachsen und man besuche zu Weihnachten gerne gemeinsam die Schwiegereltern. Daneben war eine Clique junger Leute anzutreffen, die gute Laune verbreitete. "Wir kommen aus Holzhausen", meinte Margo Schröder. "Aus Bad Holzhausen bitte", ergänzten Jaqualine Ordowsky und Marie Rosenthal lachend.
"Wie lange gibt es diese Massenveranstaltung überhaupt schon? Das ist ja der helle Wahnsinn, was hier an Menschen zusammen kommt", meinte Bernd Reimer, der sich einen Weg zur "Glühwürmchen-Bude" bahnte um eine neue Runde Heißgetränke zu holen.
"Es muss vor ungefähr 20 Jahren angefangen haben. Damals war es ein kleiner Treff mit wenigen Leuten. Aber dann kamen von Jahr zu Jahr mehr Menschen, wusste der Lübbecker Dietmar Borchard über die Geschichte des Heilig-Mittag-Treffs. "Hier am Textilhaus Kolck liegt der Ursprung. Aber jetzt ist ja die ganze Fußgängerzone voller Besucher", steuerte Peter Heimsath bei. Zuerst habe es nur ganz wenige Glühweinstände gegeben. Damals habe man froh sein können, wenn man wegen des knappen Angebotes überhaupt mal einen Becher zu trinken bekam. Aber jetzt werde die Zahl der Getränkestände größer.
"Ich helfe hier Dieter Janke schon etwa zehn Jahre", erzählte Ex-Handballprofi Peter Pickel, der zusammen mit dem Vorsitzenden des TuS Gehlenbeck, Ulrich Schnute, viele Becher füllte.
"Heute sehe ich das erste Mal die neue Fußgängerzone, denn ich wohne in Köln und komme nicht mehr so häufig nach Lübbecke", sprach Jens Baumann ein anderes Thema an. Er trank in einer Runde mit früheren Schulkameraden vom Lübbecker Wittekind-Gymnasium einen Eierpunsch. Schade sei nur, dass die neue Weihnachtsbeleuchtung nicht erstrahle. "Energie sparen ist ja gut und richtig. Aber an diesem Tag könnte man die Lichterketten früher einschalten. Das würde den Zauber dieses Treffens noch verschönern", sagte Petra Kleinert.
Gute Laune herrschte auch unter den vielen Besuchern im Bereich der Bäckerstraße. "Hier gibt es fruchtig heißen Beerenwein. Und viele Sorten davon. Am liebsten mag ich Waldbeere", sagte Leonie Pollert über das Angebot an Meyer’s Skihütte. Gastronomin Anke Meyer verbreitete Partystimmung und weckte Vorfreuden auf die Open-Air-Silvesterfete in Lübbecke. "Ist die wieder hier auf der Bäckerstraße?", fragte Jost Müller sie. "Nein, die Silvesterparty ist erstmals in der Niedernstraße. Das wird toll", antwortete die Gastronomin und schenkte dem Kunden heißen Bratapfelwein ein.
Viel zu erzählen hatten sich bei einem Heißgetränk auch Brigitte Wischnewski, Sabine Kolck-Pothe und Ingrid Richter von der Werbegemeinschaft. Wie die drei bei einem Resümee über das "Weihnachtliche Lübbecke" 2009 übereinstimmten, hat die Neugestaltung der Fußgängerzone bereits zu einer spürbar höheren Kundenfrequenz in der Adventszeit geführt. Die positive Entwicklung werde auch 2010 sicher anhalten.
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