Heute startet der Verkauf von Feuerwerkskörpern / Geschäfte erwarten große Nachfrage
Lübbecke. Gestern bereiteten sich die Einkaufsmärkte in der Region mit teilweise hektischer Betriebsamkeit auf den Silvester-Feuerwerksverkauf 2009 vor. Vom heutigen Dienstag bis zum 31. Dezember werden die Raketen und Böller in unterschiedlichsten Ausführungen an Personen ab 18 Jahre verkauft.
"Hier herrscht noch ein mittleres Chaos", nahm gestern Verkäuferin Sabine Kirchhoff die Umrüstung im Lübbecker Marktkauf mit Humor. Immerhin hat dieser Einkaufsmarkt den Verkauf von fünf Tonnen Feuerwerkskörpern zu organisieren. Wir probieren erstmals einen so genannten offenen Verkauf in der Spielwarenabteilung", erklärt Geschäftsleiter Dieter Wengeler. Gleichzeitig aufgebaut sein dürften immer nur 200 Kilogramm Feuerwerk der Klasse 2. "Es werden aber ständig Artikel nachgeholt", erklärt das Personal. Der Marktkauf erwartet wieder eine große Nachfrage.
"Darf ich die Raketen denn schon Mal sehen?", fragte gestern Bernd Rührup, der Silvester mit seinen Kindern Raketen steigen lassen will. "Nein, aber wir haben informative Prospekte", antwortete Dieter Wengeler.
"Wir haben einen Extraraum, in dem das Feuerwerk lagert und werden es rechtzeitig morgen ab 7 Uhr zum Verkauf im Markt präsentieren", sagte Petra Döding vom Edeka Neukauf in Lübbecke. Man erhoffe sich ebenfalls einen starken Absatz und verfüge mit zwei Euro-Paletten der verschiedensten Sortimente über ein großes Angebot. "Bei den Kunden wird das Batterie-Feuerwerk mit einer Zündung für bis zu mehreren hundert Schüssen und Effekten immer beliebter", nannte Petra Döding einen Verkaufstrend.
Damit das Silvester-Feuerwerk zu keinen Unfällen und Verletzungen führt, hat die Johanniter- Unfallhilfe wertvolle Tipps: Nina Rasche, Ausbildungsleiterin der Johanniter im Regionalverband Minden-Ravensberg, rät: "Wenn Fremdkörper ins Auge geraten, sollten Laien diese nicht entfernen. Stattdessen muss sofort der Rettungsdienst alarmiert werden. Das betroffene Auge sollte mit einer keimfreien Wundauflage bedeckt und dann beide Augen vorsichtig mit einem Tuch verbunden werden. Beim Zünden der Böller sollte der angegebene Sicherheitsabstand unbedingt eingehalten werden. Auch die Ohren sind gefährdet. Böller erreichen eine Lautstärke von 130 bis 175 Dezibel. Das ist so laut wie ein Presslufthammer.
Oft vorkommende Verletzungen zu Silvester sind auch Verbrennungen. Dazu rät Nina Rasche : "Brandwunden sofort und höchstens zehn Minuten kühlen, möglichst mit fließendem, handwarmem Wasser. Um eine Unterkühlung zu verhindern, dürfen lediglich die verbrannten Körperstellen gekühlt werden, im Gesicht nur mit feuchten Tüchern. Wenn die verbrannte Körperoberfläche bei Erwachsenen größer ist als zwei DIN-A-4-Seiten, sollte überhaupt nicht gekühlt werden."
Obwohl in der Regel die Erwachsenen böllern, gehören Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren zur Hauptrisikogruppe. Sie sollten nicht unbeaufsichtigt Feuerwerkskörper zünden dürfen und keinesfalls Blindgänger aufheben.