Was die Karten so verraten: Ein Blick ins Ungewisse bei Rena Knappmeyer zum neuen Jahr
Hüllhorst-Oberbauerschaft. Ob ich Streit mit einer Frau hatte? Das weiß sie also auch! Leugnen wäre zwecklos, nach kurzem Zögern gebe ich den Streit zu. Die Karten haben mich verraten. "War es ihre eigene Frau?", hakt Rena Knappmeyer nach. ,,Ja, aber wir haben uns wieder vertragen", antworte ich rasch und gucke so unschuldig wie möglich.
In der Oberbauerschafter Praxis von Rena Knappmeyer, die sich Heilerin nennt, duftet es angenehm nach ätherischen Ölen, Kerzen spenden warmes Licht. Genau der richtige Ort, um sich die Karten legen zu lassen, den Blick ins Ungewisse zu wagen. "Ich kann in die Zukunft sehen, meine Hellsichtigkeit befähigt mich dazu", hat die Frau am Tisch versichert. Vor mir liegen liegen drei Häufchen Tarot-Karten, eigenhändig gemischt, damit Energie fließt. Einen Packen habe ich ausgewählt.
Damit das klar ist: Erstens als halbwegs aufgeklärter Mensch, zweitens von Berufs wegen stehe ich dem Kartenlegen grundsätzlich skeptisch gegenüber. Im Kreise engster Vertrauter habe ich sogar schon von Hokuspokus gesprochen. Andererseits wäre es schlicht unwissenschaftlich, die Existenz übersinnlicher Phänomene von vornherein zu bestreiten. "Ich erkenne, was mit Menschen los ist, die hier reinkommen", sagt Rena Knappmeyer. Ich fühle mich wie unter einem Nacktscanner.
Später darf ich aufatmen: Meine Zukunft sieht gar nicht übel aus. Auf mich wartet "die große Chance, etwas zu machen, das Geld bringt", ermuntert mich die Seherin. "Die Karten befürworten das. Aber Sie stehen sich selbst im Weg." Dabei komme ich "sehr gut mit Menschen klar". Das sagt die "Schlüsselkarte", in meinem Fall "Zwei Kelche". Nur Mut, "die Bedenken werden sich ändern".
Gesundheitlich ist alles im grünen Bereich. "Ich sehe keine schlechten Sachen, zum Beispiel Krankheit", beruhigt Rena nach einem Blick auf die Gesundheitskarte. "Sonst würde ich Ihnen das sagen." Nur auf mein Gewicht soll ich achten. Keine Ahnung, wie sie darauf kommt. Bewegung ist jedenfalls "ganz wichtig", am besten in freier Natur, "denn das macht die Gedanken frei". Weil sie es ja sowieso weiß, gebe ich zu, auf Spaziergängen ein Diktiergerät mitzunehmen, falls mir ein netter Einstieg für Artikel einfällt. "Ich sehe das", bestätigt Rena Knappmeyer.
Das neue Jahr fängt gut an. Beruflich geht es vorwärts, und die Gesundheit macht mir keinen Strich durch die Rechnung. Das ist ja nochmal gut gegangen. "Wenn ich Unglück sehe, ist es auch für mich eine große Belastung", erklärt die Kartenleserin, die zudem als Meisterin Reiki lehrt, eine japanische Heilkunst. "Dann baue ich die Leute mit meinen heilenden Händen auf. Ich gebe positive Gedanken und Lebensmut."
Bei der Arbeit trägt Rena Knappmeyer keine wallenden Kleider. Sie wirkt nicht abgehoben, sondern handfest. Umso mehr erstaunt es Nicht-Eingeweihte, wenn die Hüllhorsterin erzählt, dass sie schon viermal gelebt hat. "Das weiß ich von einem Engel-Medium." Mehr noch: "Tote treten mit mir in Kontakt." Auf Wunsch könnten auch Kunden in "einer Art Hypnose", mit Verstorbenen kommunizieren. "Im Jenseits ist es sehr schön." Der Himmel bestehe aus sieben Teilen. "Wer nicht sterben wollte, befindet sich auf der untersten Ebene und ist zum Teil noch bei uns."
Ihre Gabe, wie sie es nennt, hat Rena Knappmeyer 1984 als Kundin eines Astrologen entdeckt und zunächst selbst nicht daran geglaubt. Noch im selben Jahr begann sie zunächst bei Freunden mit dem Kartenlegen und bekam "die Rückmeldung, dass alles stimmte, was ich gesagt hatte". Zwischenzeitlich ist "Rauchfrei in 15 Minuten" (durch Handauflegen) das wichtigste wirtschaftliche Standbein der Heilerinnen-Praxis. Raucher haben es zunehmend schwer in diesem Land. Das war ja vorauszusehen.
www.rena-heilerin.de