Lübbecke. George Bartlett (Hans Jürgen Bäumler) ist eigentlich ein beneidenswerter Mann: Als erfolgreicher Geschäftsmann verdient er viel Geld, in seiner Ehefrau Roberta (Marion König) hat er eine scheinbar perfekte Partnerin gefunden.
Seiner Tochter Maggie (Mareike Jaeger) hat er eine Heirat ausgerichtet, wie sie nur noch selten gefeiert wird. Und gerade diesen Tag, den er als Beginn eines geruhsamen Neustarts zu zweit versteht, wählt Roberta, um ihm mitzuteilen, dass sie ihn verlässt. Sein Rivale Jimmy (Alexander Altomirianos) ist jung, ein griechischer Adonis, und arbeitet als Kellner. Hans Jürgen Bäumler steht als George im Mittelpunkt der Komödie "Hände weg von meiner Frau", aufgeführt vom Team der Komödie am Altstadtmarkt in Braunschweig. Nach Anfällen von Lebensmüdigkeit geht George mit Hilfe seines Kompagnons Alex (René Toussaint) zur Attacke über und versucht mit allen Mitteln, vor allem mit unerschütterlichem Selbstvertrauen, seinen Besitz zurück zu erobern. Hans Jürgen Bäumler bekleidet die Rolle des liebenswerten Ignoranten und Sturkopfs perfekt, mit seiner starken Präsenz füllt er die Bühne. Aber auch die anderen Figuren stimmen in diesem Stück, welches das heikle Thema der Dreiecksbeziehung sehr leicht
anfasst. Das schauspielerische und dramaturgische Urgestein Wolfgang Spier (kürzlich in der Stadthalle zu sehen) hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Stück zu übersetzen. Einige Anspielungen durften da nicht fehlen: Jimmy, der sonst nur "Heineken, Heineken oder Heineken-Bier" im Kühlschrank hatte, wurde gefragt, ob er nicht auch ein "Barre-Bräu" habe.
Das Bühnenbild war ein wenig einfallslos, mit wenigen Handgriffen wurde die durch Fensteransicht des Empire State Buildings deutlich gemachte New Yorker Behausung entweder zu Georges oder Jimmy's Wohnung bzw. zum Restaurant und konnte so keine andere Atmosphären entfalten. Die Handlung war, nachdem sie im ersten Teil spannend und lustig war, im zweiten Teil überzogen: Roberta bekam ein Kind von Jimmy, Tochter Maggie, ebenfalls schwanger, erschien zufällig in derselben karierten Bluse. Die Figur der Bunny ( Karin Grüger), die wohl Leichtlebigkeit und Doppelmoral verkörpern sollte, geriet ein wenig schrill. Leider verlor die Aufführung an Kraft, einzig die Verwandlung Georges zum Solisten, der zunächst wehmütig verzichtet, war geglückt. Insgesamt viele Gelegenheiten zum Lachen und viel verdienter Applaus für die Darsteller.