Parkplatz-Chaos vor Post, IKK und Amt pro Arbeit verärgert Kunden und Mitarbeiter
Lübbecke. Die Redaktion ist Leserhinweisen auf den oft überfüllten Kundenparkplatz der Post am Niederwall nachgegangen. Und landete schnell bei weiteren Beteiligten: Beim Amt für Arbeit in Lübbecke, Lorac Investment Management in Luxemburg und dem US-Investor Lone Star in Texas.
Wilhelm Moswinkel hat sich mit Dienstleistungen in Haus und Garten selbständig gemacht. In der Filiale am Niederwall hat er ein Postfach. Alle zwei bis drei Tage fährt der Nettelstedter zusätzlich im Kundenauftrag morgens gegen neun Uhr dort vorbei, um Pakete abzugeben. "Ständig sind die Kundenparkplätze durch Besucher des Amtes pro Arbeit belegt", ärgert sich Moswinkel, selbst die Behindertenparkplätze. Deshalb überlegt er bereits, zu einem Mitbewerber zu wechseln.
So wie Moswinkel geht es auch anderen Postkunden, wie zahlreiche Hinweise am NW-Lesertelefon ergaben – trotz Warnschildern ("Nur für Kunden der Deutschen Post AG", "Widerrechtlich geparkte Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt"), die gut sichtbar an der Einfahrt angebracht sind.
"Das Problem ist bekannt", sagte Sprecher Achim Gahr auf Anfrage. Die Post sei aber lediglich Mieter. Etwas dagegen unternehmen könne nur der Eigentümer. Das ist die in Luxemburg ansässige Lorac Investment Management. Sie gehört zum US-Investor Lone Star, der seinen Stammsitz in Dallas/Texas hat. Von dort war gestern keine Stellungnahme zu bekommen.
Aktiver zeigen sich dagegen die Mitarbeiter der IKK und der Sprachschule Inlingua von gegenüber. Wenn sie sehen, dass Autos unter der stets geöffneten Schranke des Mitarbeiterparkplatzes durchfahren und die Fahrer dann zum Amt für Arbeit gehen, weisen sie die mit einem Zettel hinter dem Scheibenwischer auf die unrechtmäßig genutzten Parkplätze hin.
Weil selbst diese Methode bei ihnen nicht half, blockiert Katja Huk von Inlingua die drei Stellplätze für Mitarbeiter neuerdings mit Mülltonnen. "Wir haben jeden Tag Ärger wegen der Parkplätze", sagt sie. Aber der Mülltonnen-Trick, der habe funktioniert.
Hans-Jürgen Kuhn, Teamleiter beim Amt pro Arbeit, kann von seinem Büro aus den Parkplatz vor dem Gebäude gut einsehen. Er wiederum hat mehrfach beobachtet, dass Post-Beschäftigte mangels Parklücke auf die Plätze vor dem Amt ausweichen.
Angesichts des ständigen Kreisens, Suchens und Hineinquetschens in jede noch so enge Parklücke weiß Kuhn auch von eingedrückten Stellen an seinem und anderen Fahrzeugen zu berichten. Vielleicht bringe die Vorverlegung der Schranke etwas, kann er sich vorstellen.
Kunden und Mitarbeiter der Postfiliale beschäftigt derzeit ein weiteres Problem. Weil die Bäume und Sträucher auf dem Grundstück gestutzt werden mussten, ist gerade ein Team von Landschaftsgärtnern aktiv. Deren Fahrzeug stand gestern Nachmittag quer auf dem Parkplatz und belegte zwei Stellflächen. Zwei weitere nutzen die Fachleute, um den Grünschnitt zu lagern.
Für den verschütteten Behindertenparkplatz der Post sind sie aber nicht zuständig. Auf dem haben fleißige Winterdienstler einen Schneeberg angehäuft.