Espelkamp-Gestringen. "Der Jazz ist nicht tot, er riecht nur ein bisschen komisch", hatte der große Frank Zappa einmal gewitzelt. Das ist jetzt schon eine ganze Weile her und der Meister des Avantgarde-Rock sollte nicht recht behalten.
Der Jazz lebt nach wie vor und erfreut sich eines blühenden Lebens. Überhaupt dann, wenn er mit solch großer Spielfreude und herausragendem Können wie von dem Frank-Roberscheuten-Trio zelebriert wird.
Am Freitagabend hatten die drei Jazz-Traditionalisten mit ihrem alten Peugeot Combi mal wieder einen Halt in der alten Schule mit dem Türmchen eingelegt, um in Addis guter Stube aufzuspielen. Mit dem niederländischen Saxophonisten Frank Roberscheuten, dem italienischen Pianisten Rossano Sportiello und dem österreichischen Schlagzeuger Martin Breinschmid haben sich drei äußerst versierte Musiker gefunden, die einfach zusammen gehören – und dementsprechend traumwandlerisch gemeinsam musizieren.
Unvergleichliche Atmosphäre eines kleinen Clubs
Das Trio macht seinem Namen "Three Wise Men" alle Ehren. Der gegenseitige Respekt ist zu Recht groß. Wie sagte Frank Roberscheuten doch einmal in einem Interview mit der renommierten Fachzeitschrift "Jazz-Podium": "Ich bin dankbar, mit einigen der besten Spieler, die es in der Szene gibt, arbeiten zu können. Ich schätze mich glücklich, um die Welt reisen und mit solch exzellenten Musikern auftreten zu können."
Und diese Freude, dieser Spaß am gemeinsamen Musizieren, das ist zu jeder Sekunde fühl- und hörbar. Sie geben sich gegenseitig genügend Raum und Zeit, als Solist zu glänzen und den verdienten Beifall der Zuhörer zu ernten. Die drei verstehen es aber auch, die individuellen Qualitäten der Mitglieder zu vereinen, um dem Publikum ein vielfältiges Programm aus berühmten und weniger bekannten sowie selbst geschriebenen Stücken bieten zu können.
Ob Breinschmid beseelt die Besen rührte oder beschwingt die Felle bearbeitet, Sportiello die schwarzen und weißen Tasten streichelt oder mit flinken Fingern über sie fliegt, Roberscheuten seinem Saxophon warme Töne entlockt oder das begeisterte Publikum mit seiner Klarinette in die höchsten Tonlagen entführt: Die "Three Wise Men" finden immer wieder zu einer Einheit zusammen.
Das Vergnügen, das die drei Männer am gemeinsamen Musizieren und am Jazz haben, übertragen sie auch auf ihr Publikum, das geradezu enthusiastisch reagierte und so wieder die Musiker beflügelte.
Es geht halt nichts über die intime, unvergleichliche Atmosphäre eines kleinen Clubs, wo sich alle gegenseitig auf die Pelle rücken. Am guten Schluss bedankten sich die Jazzfans mit stehenden Ovationen bei dem Trio für einen äußerst vergnüglichen Swing-Abend – und verdienten sich so noch zwei Zugaben. Mit einer melancholischen Lili-Marleen-Interpretation verabschiedete sich die "Three Wise Men". Bis zum nächsten Mal!