Dechant Wolfgang Brinkmann ist kein Fall von sexuellem Missbrauch im Lübbecker Land bekannt
Lübbecker Land. Die Stellungnahme der Vollversammlung des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche findet die volle Zustimmung des für das Lübbecker Land zuständigen Dechanten. Am meisten fürchtet Wolfgang Brinkmann einen Vertrauensverlust in den Gemeinden: "Überall, wo ich hinkomme, ist das Thema."
Am vergangenen Wochenende hatte die Vertretung der katholischen Laien angesichts der bekannt gewordenen Fälle von sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt gegenüber jungen Menschen in einer ausführlichen Stellungnahme "Wut und Abscheu" ausgedrückt (die NW berichtete). Der für die katholischen Kirchengemeinden in Lübbecke, Pr. Oldendorf, Espelkamp und Rahden zuständige Dechant, Pastor Wolfgang Brinkmann, steht als Hauptamtlicher voll hinter den Ausführungen der Laienvertretung: "Versagen und Schuld werden klar benannt." Auch dem Aufruf des Komitees, die Sexualmoral in der Kirche, die stärkere Beteiligung von Frauen in der Priesterausbildung sowie die Entschädigung der Opfer in den Gemeinden zu diskutieren, stimmt er voller Überzeugung zu.
Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist für den 59-Jährigen "ein Verbrechen und eine Sünde" und dürfe "niemals geduldet" werden. Was geschehen sei, belastete ihn und andere Hauptamtliche." Und lässt ihn fürchten, dass seine und die Arbeit der Seelsorger erheblich erschwert werden könnte: "Überall, wo ich hinkomme, ist das Thema. Ich spüre einen Vertrauensverlust in Gemeinden, in Familien, in Gruppen." Deshalb dürfe auf keinen Fall der Eindruck entstehen, alle kirchlichen Mitarbeiter seien so: "Die Fehltritte Einzelner dürfen keinen Schatten auf die Redlichen werfen." Es wäre "fatal", wenn Eltern der katholischen Kirche ihre Kinder nicht mehr anvertrauen würden. Eine weitere Sorge, die den Dechanten beschäftigt - Priester, die möglicherweise noch beschuldigt werden: "Selbst wenn er unschuldig ist, wäre er dann verbrannt."
Im Gegensatz zu anderen Regionen - da ist er sich ganz sicher - habe es im Lübbecker Land noch keinen Fall eines sexuellen Übergriffs gegeben. Brinkmann: "Die hauptamtlichen Pastoren haben Jahrzehnte hier gearbeitet, drei in den letzten hundert Jahren. Da wäre etwas bekannt geworden."
Deshalb wird Wolfgang Brinkmann auch keine Gemeindeversammlungen einberufen. Gespräche will er dennoch führen, "mit Einzelpersonen oder in kleinen Gruppen".
Der Vorsitzende des Diözesankomitees, Ansgar Kaufmann, hat eine Forderung aus der Stellungnahme vom Wochenende mittlerweile präzisiert. Auf Anfrage der NW sagte er gestern: "Alle Täter müssen konsequent verfolgt und aus dem kirchlichen Dienst entfernt werden."
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