Still ruht der südliche See, denn eine Überkonzentration an Blaualgen lässt im Costedter Familienparadies weder Schwimmen, Tauchen noch Surfen zu. Das zuständige Fachinstitut für Wassertests, das regelmäßig alle zwei Wochen im Auftrag des Pächters Wolfgang Buck Wasserproben entnimmt und analysiert, hatte bei seiner Untersuchung Ende Juli eine starke Vermehrung gesundheitsgefährdender Blaualgen festgestellt.
"Das passiert durch zu große Wärme im Wasser. Wir hatten in den heißen Tagen eine Wassertemperatur von 30 Grad. Dann sind die Mikroorganismen überfordert, das erforderliche Gleichgewicht für einen idealen pH-Wert zu halten", berichtet Dennis Buck, der Juniorchef der Freizeitanlage. Das Wasser hatte einen pH-Wert von mehr als neun erreicht und sei damit "gekippt", so die Biologen des Analyse-Instituts.
Sabine Ohnesorge, Pressesprecherin des Kreises Minden-Lübbecke, bestätigte, dass die Überprüfung der Wasserqualität am südlichen See regelmäßig überprüft wird: "Dazu ist der Pächter durch den Kreis verpflichtet worden.". Eine EU-Norm mit Richtlinien für Badegewässer, herausgegeben vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, schreibe als Leitwert einen pH-Wert von 6 bis maximal 9 vor.
Auf Empfehlung der Experten stellte Pächter Wolfgang Buck den Bade- und Wassersportbetrieb ein. Andernfalls könnten die Blaualgen bei Badegästen beispielsweise Hautreizungen und Übelkeit verursachen.
Dennis und sein Vater Wolfgang Buck hoffen als Pächter der Freizeitanlage inständig, dass die nächste Wasserprüfung am 17. August ein günstiges Analyseergebnis bringt: "Wir wünschen uns kühlere Witterung, dann regelt die Natur das Problem automatisch und sorgt für die gewohnt gute Wasserqualitäten."
Auch Dieter Watermann, der Geschäftsführer der kommunalen GmbH Großer Weserbogen hofft für Pächter Wolfgang Buck auf eine günstige Wendung: "Er ist er eigenverantwortlich und hat auf jeden Fall mit der Schließung richtig gehandelt. Käme es nach der aktuellen Analyse mit dem Nachweis der hohen Blaualgenkonzentration bei laufendem Badebetrieb zu gesundheitlichen Problemen, wäre er haftbar."
In seinen Unterlagen fand Dieter Watermann keine Hinweise darauf, dass es jemals am südlichen See ein Badeverbot wegen unzureichender Wasserqualität gegeben hatte. Das Kreisgesundheitsamt sei über den Vorfall informiert worden.
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