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12.08.2010
LÜBBECKE
Hunde beißen Zehnjährige ins Gesicht
Die Polizei ermittelt
VON ARIANE MÖNIKES

Starb nach dem Angriff | FOTO: ARIANE MÖNIKES

Lübbecke. Drei blonde Mädchen sitzen am Straßenrand und spielen, die Autos fahren langsam den Berg mit den kleinen Einfamilienhäusern hoch. Eine Idylle. Dass hier ein zehnjähriges Mädchen von zwei Hunden gebissen und ihr kleiner Vierbeiner tödlich verletzt worden ist, können die Nachbarn kaum glauben.

"Unfassbar. Damit rechnet man hier nicht", sagt Günter Blome, der direkt am Ort des Geschehens wohnt und sichtlich geschockt schaut, als er vom Tod des fünfjährigen Hundes der Rasse Coton de Tuléar erfährt.
Info

"Cotons vermeiden Streit"

     
¥"Cotons gehen Streit generell aus dem Weg", sagt die NRW-Vorsitzende des bundesweit aktiven Vereins Coton de Tuléar e.V.. Allerdings, schränkt sie ein, hätten auch Cotons, wenn sie sich bedroht fühlten, "keine Schrecksekunde, sondern reagieren mit Bellen". Dann fühlten sie sich groß, "wie alle kleinen Hunde".
Der Verband für das Deutsche Hundewesen bezeichnet Cotons de Tuléar als Gesellschafts- und Begleithund. Er sei "von fröhlichem Wesen, ausgeglichen und sehr umgänglich mit Artgenossen und den Menschen". Die aus Madagaskar stammende Rasse erreicht eine Schulterhöhe bis zu 28 Zentimeter und wiegt bis zu sechs Kilogramm.(fha)
     

Geschockt – das sind auch die Eltern der kleinen Sara (10, Name von der Redaktion geändert): Am Dienstagabend ist Sara von zwei Mischlingshunden aus der Nachbarschaft angegriffen worden. "Das, was uns passiert ist, ist nicht wieder gutzumachen", sagt der Vater der Kleinen. Auf der Bisswunde unter ihrem rechten Auge "hat sich zwar eine Borke gebildet", wie Saras Mutter berichtet, "was der Angriff aber seelisch bei unserer Tochter ausgelöst hat, das ist noch nicht abzusehen".

Hunde bissen Sara in die Hand und ins Gesicht

Nach Angaben von Polizeisprecher Ralf Steinmeyer ist ihr eigener Hund Mandy zuvor von den Tieren attackiert worden.
Sara war um kurz vor 19 Uhr mit Mandy in Gehlenbeck unterwegs , als von einem Grundstück an der Lehmkuhlenstraße ein kleinerer Hund gelaufen kam. Während die beiden Vierbeiner sich freundlich beschnupperten, seien plötzlich zwei weitere Mischlingshunde von dem Grundstück dazu gekommen. "Einer der beiden biss zunächst den Hund der Kleinen. Als sie Mandy zum Schutz auf den Arm nahm, sprangen beide Tiere an ihr hoch und bissen ihr in die Hand sowie ins Gesicht", sagt Steinmeyer. Die Besitzerin der Mischlingshunde sei von den Hilferufen des Mädchens alarmiert worden und habe sie zurückgeholt. Sara sei mit einer blutende Wunde und dem verletzten Hund zum Haus der Eltern zurück gelaufen.

Die Kleine hatte "Glück im Unglück", sagen die Eltern. Die Ärzte im Lübbecker Krankenhaus mussten die Wunden im Gesicht und am rechten Mittelfinger nicht nähen. "Durch den Biss hätte Speichel in den Finger gelangen können, was zu einer Entzündung hätte führen können. Das wollten die Ärzte verhindern", sagt Saras Mutter. Viel mehr als die Wunden dürfte Sara der Verlust ihres Hundes schmerzen. "Er fehlt der ganzen Familie. Wir hoffen, dass unsere Tochter das Erlebte gut verarbeiten wird," so die Mutter.
Die Mutter hatte Mandy nach der Attacke in die Tierklinik Pr. Oldendorf gefahren, während der Vater mit der Tochter zur Behandlung in das Krankenhaus Lübbecke fuhr. Der Hund starb am Morgen nach der Not-OP an Lungenversagen.

Die Lübbecker Kripo ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen die Hundehalterin. Diese Zeitung hat am Donnerstag mehrmals vergeblich versucht, sie zu erreichen.
Die Eltern der kleinen Sara wollen nun Gerechtigkeit . "Die Hunde sind eine tickende Zeitbombe. So etwas darf nicht noch einmal passieren."

Die Familie hat nach dem Vorfall in der Lehmkuhlenstraße einen Anwalt eingeschaltet. Und auch die Stadt Lübbecke wurde unterrichtet. Pressesprecher Peter Schmüser: "Wir haben ein Ermittlungsverfahren gegen die Hundehalterin eingeleitet." Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden sich einen Eindruck vor Ort verschaffen, so Schmüser, "und wenn der Eindruck einer Gefährdung entsteht, kurzfristig geeignete Maßnahmen, wie einen Maulkorbzwang, erlassen".
    

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
An diesem Vorfall sind viele schuld da gibt es nicht einen der die Schuld trägt.
Die besitzerin hat schuld das sie ihre Hunde frei rumlaufen lies und die hunde nicht im griff hat wenn sie sie schon frei laufen läst. Das mädchen hätte den kleinen hund nicht auf den arm nehmen dürfen,also habben die eltern des kindes den umgang mit einen hund ihrem kind nicht bei gebracht oder wissen vieleicht selbst nicht wie man mit einem verhalten des hundes umgehen soll. Dann hätten sie das mädchen halt nicht mit dem hund gassi gehen lassen sollen.hättes das mädchen die leihne fallen gelassen wäre vieleicht nichts schlimmes passiert.Das sind alles eigentlich dinge die man als hundehalter bedenken soll. den nicht zu vergessen egal wie groß-klein der hund ist man lebt nun mal mit einem raubtier zusammen und da her ist es wichtig zuwissen wie man in so welchen situationen man mit dem tier umgeht.jeder der einen hund hat sollte auch wissen wie er da mit um zu gehen hat. wenn er das nicht will und kann sollte er sich nen stofftier holen.

Faziet:es ist nicht immer nur der böse hund schuld sonder es sind die Fehler und zum teil unwissenheit der halter beider seiten schuld!

Wer keine Tiere liebt, liebt auch keine Menschen. Wer Tiere haßt, ist ein böser und skrupelloser Zeitgenossen ohne Herz und Verstand.

@Labi: Doch, hier kann man Halterin und Hund alleine verantwortlich machen. Ohne Aufsicht 2 Hunde (= Rudel) durch die Gegend laufen lassen, ist höchst fahrlässig und gefährlich, nicht zuletzt aufgrund der jederzeit zu erwartenden Eigendynamik des Rudels. Wird jeder Hundeexperte bestätigen. Und warum ein 10jähriges Mädchen nicht alleine mit einem kleinen, gut sozialisierten Hund an der Leine unterwegs sein darf....na, das erklär mal bitte. Diese Äußerung ist schon mehr als arrogant. (Und bevor Du Dich aufregst: ich hab selber 2 große Hunde, die nie alleine unterwegs sind und sich außerhalb der Spaziergänge an der Leine stets in einem sicher eingezäunten Gelände befinden. Ist das Minimum, was ein Hundehalter garantieren sollte und muß!).

Ich fordere einen Volksendscheid, Thema: Tölen freies NRW!

@ Christenmensch: Eben nicht. Haushunde sind keineswegs Gottes Geschöpfe, sondern sind schlicht und ergreifend durch den Menschen herbeigezüchtete Kreaturen, deren Existenz die Natur überhaupt vorgesehen hat. Dementsprechend ist es kein Wunder, wenn solche "Tiere" infolge von Einzüchtungen und ähnlichen genetische Eingriffen an Verhaltensstörungen leiden oder aufgrund von durch Qualzucht verursachte chronische Schmerzen zu erhöhter Aggressivität neigen. Von daher halte ich es auch für ethisch absolut vertretbar, die eine oder andere Problemrasse durch striktes Zuchtverbot einer Ausrottung zuzuführen. Nur so ist ein Auskommen mit "Listenhunden" und anderen fragwürdigen Wesen möglich!



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