441. Blasheimer Markt trotz schwieriger Wetterbedingungen pünktlich eröffnet
Lübbecke. Die einen fasziniert das Traditionelle des Blasheimer Marktes, andere bezeichnen das in ganz OWL bekannte Volksfest als Kult. Allen Besuchern gemeinsam ist die Freude an Geselligkeit in den Festzelten und am puren Spaß in den Fahrgeschäften.
Beides bietet der 441. "Blama", wie ihn der Volksmund liebevoll nennt, seit gestern Nachmittag wieder – vier Tage lang. Für jeden Tag eine Runde drehten Landrat Dr. Ralf Niermann, Bürgermeister Eckhard Witte und Brauer-König "Gambrinus" gestern im Wahrzeichen des Marktes, dem Riesenrad. Begleitet von Aaron, dem sechsjährigen Sohn von Andrea Hansch, die am Tenorhorn zusammen mit dem Lübbecker Schützen-Musikkorps vor den Gondeln aufspielte.
"Wind und Wetter getrotzt" hätten alle Beteiligten, damit der Markt pünktlich beginnen könne, betonte der Schausteller-Vizepräsident und Riesenrad-Betreiber Klaus Wilhelm.
Hintergrund: Kurz vor der Eröffnung hatten einige Schausteller Probleme mit dem aufgeweichten Boden. Zwei Fahrgeschäfte mussten wieder abdrehen. Die 50 Tonnen schwere Krake Octopussy hatte bereits auf ihrem Platz gestanden, sackte aber zu tief ab. "Das Karussell war nicht mehr sicher", so Marktmeister Jörg Redeker.
Der Booster, ein Fahrgeschäft mit rotierenden Gondeln, konnte wegen der Nachwirkungen von Regentief Cathleen erst gar nicht aufgebaut werden. Für die beiden Fahrgeschäfte konnte Redeker kurzfristig Ersatz besorgen, unter anderem ein Aqua-Labyrinth.
Pünktlich um 15.55 Uhr donnerten dann am Donnerstag die drei Böllerschüsse – für die Schausteller das Signal, ihre Fahrgeschäfte kreisen zu lassen und ihre Musik zu starten.
Verglichen mit Blasheim seien die Münchener Wies’n mit ihren 200 Jahren geradezu ein "Jungspund" stellte der Landrat das mehr als doppelt so lange Bestehen des Blamas heraus. Als alter Hase, dessen Lederschürze trocken blieb, erwies sich zudem der Bürgermeister. Assistiert von Ulrich Hartke, der ihm den Zapfhahn hielt, benötigte Witte einen einzigen Schlag mit dem Holzhammer, um das erste Bierfass im Festzelt Meyer’s Deele anzustechen.
Zu den Besuchern, die sich den Anstich in gebührendem Abstand ansahen, gehörten Bärbel Neuhaus und und ihre Freundin Moni Huber aus Minden. Die beiden Frauen stießen mit einem frisch gezapften Bier an und waren sicher: "Das Feuerwerk um 22 Uhr schaffen wir."
An allen vier Tagen kommen wollen die Lübbecker Freunde Tarek Moustakas (24) und Tilmann Weingärtner (23). "Ich wohne jetzt zwar in Isenstedt, aber es zieht mich immer noch her", schwärmte Weingärtner. Mindestens zehn Mal sei er schon dabei gewesen, und "verstehe den Begriff Tradition inzwischen viel besser".
Der offizielle Rundgang der Ehrengäste endete im Gewerbezelt am Gemeinschaftsstand von Stadtmarketing Lübbecke und Lebenshilfe Lübbecke, wo Christian Wenzel (Vorsitzender Stadtmarketing) und Bernd Wlotkowski (Geschäftsleitung Lebenshilfe) sich erstmals gemeinsam präsentierten. Schließlich gebe es "keine bessere Gelegenheit als den Blasheimer Markt, um Werbung in eigener Sache zu machen", hob Wlotkowski hervor.
Wenzel betonte, das Gewerbezelt stelle eine wichtige Leistungsschau dar und müsse auf jeden Fall erhalten bleiben: "Sonst verkommt der Markt zu einem Rummel."