Lübbecke. Kater Sammy muss einen fleißigen Schutzengel haben. Als ihn sein Frauchen Sabine Blümke wegen Atembeschwerden zum Tierarzt brachte, kam es zu einer schockierenden Entdeckung: zwei Luftgewehr-Projektile sitzen in seiner Brust und hatten nur knapp Herz und Blase verfehlt.
"Ich kann nicht verstehen, wie ein Mensch einem Tier so etwas antun kann", sagt Blümke und schüttelt den Kopf. Auch Sammys Bruder Lucky blieb nicht verschont. In seinem Vorderbein stecken sogar drei Projektile, die das Tier glücklicherweise nicht beeinträchtigen.
"Lucky von einem seiner Streifzüge nach Hause und humpelte ein wenig. Außerdem hatte er Schorf am Oberschenkel", sagt die Lübbeckerin, die gebürtig aus Hamburg stammt. Das Tier sei einige Tage sehr verstört gewesen, habe nicht gefressen und wollte nicht nach draußen. "Auf den Röntgenbildern vom Tierarzt waren dann die Projektile deutlich zu erkennen." Lucky erholte sich zum Glück recht schnell von den Blessuren.
Kugeln könnten im Körper wandern
Die kleinen, runden Einschusslöcher seien bei Sammy im dichten Fell nicht erkennbar gewesen und anscheinend schnell verheilt. "Dem Tier merkte man auch nichts an", sagt Blümke. Ob die Atembeschwerden von den Projektilen herrühren, lässt sich nicht eindeutig sagen. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Kugeln im Körper wandern. Derzeit sei die Gefahr aber gering und die Projektile können verbleiben, sodass ein riskanter Eingriff nicht notwendig sei.
Die beiden pechschwarzen Kater, die nur durch einen weißen Fleck an Sammys Schwanzspitze zu unterscheiden sind, leben von klein auf an bei den Blümkes - mittlerweile sind sie sechs Jahre alt. "Die Tiere waren damals ein Geschenk für meinen Sohn Luca und meine Tochter Stella. Die Kinder sind praktisch mit ihnen aufgewachsen." Im Winter sind die Kater nur manchmal für kurze Zeit draußen. "Von jetzt an habe ich ein ungutes Gefühl, wenn ich die Tiere aus dem Haus lasse."
Sabine Blümke hat nun Anzeige gegen den unbekannten Täter erstattet. "Ich hoffe, dass er dadurch abgeschreckt wird", sagt sie. Die Lübbeckerin bittet Zeugen, die im Augustaweg etwas gesehen haben könnten, um Hinweise.