Kreis Minden-Lübbecke (tyl). Sie kommen unangemeldet und in Zivil: die Lebensmittelkontrolleure des gleichnamigen Überwachungsamtes in Minden. Der Dioxin-Skandal um verunreinigtes Tierfuttermittel wirft ein Licht auf einen Berufsstand, der schon im vergangenen NRW-Landtagswahlkampf eine (Neben-) Rolle spielte.
Meist machen die Kontrolleure lokale Schlagzeilen, wenn sie Restaurants oder Imbisse aus hygienischen Gründen schließen Die kreisweit fünf Kontrolleure, zwei Kontroll-Assistenten und zwei Tierärzte sind aber auch für 2.000 Nutzvieh-Betriebe zuständig. "Damit sind wir im Vergleich zu anderen Kreisen gut aufgestellt", urteilt Pressesprecherin Sabine Ohnesorge auf Anfrage. Dem widerspricht der Bundesverband der Lebensmittelchemiker entschieden: "Wir haben ein riesiges Stellendefizit", sagt deren Vorsitzender Martin Müller. "Da braucht man sich über dioxinverseuchte Eier nicht zu wundern."
Der NRW-Verbraucherminister Jürgen Remmel (Die Grünen) hatte im schon im letztjährigen Wahlkampf für mehr Kontrolleure geworben. Jetzt soll bis 2012 deren Zahl von 400 auf etwa 700 erhöht werden.
Im Kreis Minden-Lübbecke sind derzeit weiterhin vorsorglich rund 90 landwirtschaftliche Betriebe für die Auslieferung von Lebensmitteln generell gesperrt. In diesen Betrieben ermittelt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt derzeit mit Hochdruck, welche Futtermittel verwendet und an welche Tiere sie verfüttert werden.
Im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe werden derzeit die Fettproben der betroffenen Futtermittelwerke ausgewertet. Danach wird das NRW-Verbraucherministerium über die weitere Vorgehensweise entscheiden.


















