Gewinner der ersten Klima-Olympiade ausgezeichnet / Hüllhorst und Rahden auf dem Treppchen
Hüllhorst/Lübbecker Land. Das Thema Klima ist in diesen Tagen aktuell wie selten zuvor. Umso erfreulicher, was die Menschen im Lübbecker Land und im Kreis Minden-Lübbecke im vergangenen Jahr geschafft haben: 18.000 Tonnen Kohlenstoff-Dioxid wurden während der Klima-Olympiade eingespart - Hüllhorst hatte die Nase dabei ganz vorn, dicht gefolgt von Rahden (die NW berichtete).
Bis 2030 will sich der Mühlenkreis ausschließlich mit erneuerbaren Energien versorgen - ein strebsames Ziel. Um das zu erreichen, müssten alle an einem Strang ziehen - oder mit dem selben Ball spielen: "Wir haben den Bürgern den Ball zugeworfen und sie haben ihn aufgefangen", erklärt Rainer Rohrbeck, Vorsitzender des Klima-Bündnisses im Kreis Minden-Lübbecke, und hält symbolisch einen Handball in die Höhe. Den hatte er auch schon vor einem Jahr dabei, als er erstmals die Idee der Klima-Olympiade vortrug.
365 Tage Wettkampf und ein starkes Ergebnis: die Bürger des Kreises haben im vergangenen Jahr insgesamt 18.000 Tonnen CO2 eingespart - "damit könnten 2.400 Autos einmal um die gesamte Erde fahren", zieht Rohrbeck einen anschaulichen Vergleich und ein Resümee.
Über Omas subjektive Wetterwahrnehmung
Der ARD-"Wetterfrosch" Sven Plöger trat nach der Verleihung der Auszeichnungen auf das Podest im Mindener Kreishaus und erklärte den Gästen alles über das Wetter: wie es einmal war, was kommen wird und wie der Klimawandel genutzt werden kann. Besonders Fotos früherer Wetter-Katastrophen, beispielsweise des heftigen Wintereinbruchs von 1979, erheiterten die Gemüter der Gäste. "Auch früher gab es schon viel Schnee und Eis – an Extreme kann sich der Mensch immer gut erinnern", erklärte der Experte subjektive Wetterwahrnehmung. Gab es früher tatsächlich mehr Schnee, als heutzutage? Die Antwort des Experten: "Wenn Oma damals selbst nur einen Meter groß war, kamen ihr 40 Zentimeter Neuschnee natürlich viel mehr vor, als jetzt."(cap)
Vor einem Jahr hat das Klima-Bündnis gemeinsam mit dem Mühlenkreis Minden-Lübbecke die Klima-Olympiade ins Leben gerufen. Bei diesem "sportlichen Wettstreit der besonderen Art", wie es Landrat Dr. Ralf Niermann bezeichnet, haben 76 Ortschaften teilgenommen und Maßnahmen zum Klimaschutz gegeneinander aufgewogen. "Damit haben sich fast alle Kommunen beteiligt", so der Vorsitzende. Die "weißen Flecken" auf der Landkarte, die es im Kreis noch gebe, würden in den kommenden Jahren angegangen, so Rohrbeck.
Denn bei der Klima-Olympiade gibt es verschiedene Maßnahmen, mit denen gepunktet werden kann: Solarwärme und -strom, Biomasse-Heizungen, Wärmeschutz und Stromeinsparungen sind die fünf Disziplinen, mit denen die Bürger Punkte für ihre Kommune einfahren konnten. Insgesamt wurden 2.700 Meldungen eingereicht - Hüllhorst hatte letztendlich mit 307 Meldungen und 1.192 Punkten die Nase vorn.
"Die Hüllhorster waren sehr motiviert", erzählt Jürgen Meyer zu Kniendorf. Als Klima-Coach von Hüllhorst sammelte er die Meldungen und koordinierte den Wettkampf in der Gemeinde. "Ortsvorsteher sind sogar durch die Straßen gegangen und haben empirisch ermittelt", erzählt der Klima-Koordinator. Mit Erfolg: Allein Hüllhorst sparte 3.703 Tonnen CO2 ein.
Und auch der zweite Platz der Gesamtwertung geht an eine Kommune aus dem Altkreis: Rahden konnte 2.254 Tonnen CO2 einsparen und vor allem in den Disziplinen Solarwärme und -strom die insgesamt 613 Punkte gewinnen.
"Wir gehen mit der Olympiade auf jeden Fall in die zweite Runde", verrät Rainer Rohrbeck. Alle fünf "olympischen Disziplinen" werden erhalten bleiben - es sollen allerdings noch Schwerpunkte gesetzt werden. "In diesem Jahr waren die Photovoltaik-Anlagen sehr gewichtig - vielleicht schaffen wir es, im kommenden Wettkampf andere Disziplinen in den Vordergrund zu rücken", so Rohrbeck.
Und wenn es mit dem Umwelt-Schutz so weitergeht im Kreis Minden-Lübbecke, kann auch das ehrgeizige Ziel bis 2030 erreicht werden.