Porta Westfalica. Riesige schwarze Wolken über Porta Westfalica (Kreis Minden-Lübbecke): In Halle 4 des Abfallsentsorgungsbetriebes Tönsmeier in Hausberge ist aus noch ungeklärter Ursache Gewerbeabfall in Brand geraten. Der Landrat des Kreises Minden-Lübbecke hatte um 13.20 Uhr die Großschadenslage ausgerufen.
Inzwischen ist die Lage weitestgehend stabil. Nach Angaben der Behörden seien keine Schadstoffe freigesetzt worden. Es sei wie bei Bränden üblich zu erhöhten Kohlenmonoxid- und Kohlenwasserstoffwerten gekommen. Ab 16.30 Uhr seien die Werte aber wieder bei null gewesen. Auch das Löschwasser sei schadstoffneutral gewesen.
Der Rauchmelder hatte exakt um 9.24 Uhr Feueralarm ausgelöst. Verletzte gibt es nach Auskunft der Polizei nicht, auch werde kein Tönsmeier-Mitarbeiter vermisst. Gemischter Gewerbeabfall war in Brand geraten, der auf einige einige hundert Kunststoffballen übergriff, in denen der Inhalt von gelben Säcken auf die Größe von 130 x 130 cm zusammengepresst worden waren und aufeinandergestapelt auf einer Freifläche lagerten.
Firmenmitarbeiter hatten mit Gabelstaplern etliche noch nicht in Brand geratene Ballen aus der Gefahrenzone geschafft, während Feuerwehrkräfte fieberhaft ein Übergreifen der zeitweilig 20 Meter hohen Flammen auf eine etwa 50 Meter lange und rund 20 Meter hohe Lagerhalle verhinderten.
Kleine schwarze Partikel, die vom Himmel fallen
Die Beschäftigten wurden nach Auskunft einer Mitarbeiterin zunächst aufgefordert, die Bürogebäude zu verlassen. Sie wurden gegen 11.30 Uhr heim geschickt. Anrufer in der Lokalredaktion des Mindener Tageblatts und User bei nw-news.de klagten über penetranten Gestank und berichten von kleinen schwarzen Partikeln, die vereinzelt vom Himmel fallen.
Bis nach Hartum, Löhne, Bad Oeynhausen und sogar Bünde waren die dichten Wolken zu sehen, die vom Wind Richtung Fernsehturm und Niedersachsen (Rinteln) getrieben wurden. Auch von der Sparrenburg in Bielefeld war der Rauchpilz (
siehe Webcam) sowie bis tief nach Niedersachsen zu sehen.
Über 500 Feuerwehrleute aus dem Kreis Minden-Lübbecke und dem angrenzenden Niedersachsen waren im Einsatz. Weitere Kräfte wurden nachalarmiert. Gelöscht haben auch zwei Hubschrauber der Heeresfliegerwaffenschule der Bundeswehr, angefordert waren zusätzlich zwei Tanklöschfahrzeuge der Flughafenfeuerwehr Bückeburg. "Alles, was wir auf dem Gelände bisher nicht in Sicherheit bringen konnten, ist verloren", sagt Michael Horst, Sprecher der Feuerwehr. Laut der Bielefelder Leitstelle könnte die Brandbekämpfung noch mehrere Tage dauern.
Insgesamt wurden nach Behördenangaben 300.000 Liter Schaummittel und 2.500 Liter Diesel für die Fahrzeuge verbraucht.
Fenster und Türen schließen
Die Bevölkerung war aufgerufen, Fenster und Türen zu schließen und sich nicht unnötig im Freien aufzuhalten. Die niedersächsiche Stadt Rinteln hatte nach eigenen Angaben eine erhöhte Schadstoffkonzentration in der Luft gemessen und den Schulen freigestellt, ihe Schüler nach Hause zu schicken. Die Stadt Porta Westfalica hatte ein Bürgertelefon eingerichtet. Unter der Telefonnummer (05 71) 79 12 31 und 79 11 38 können sich besorgte Bürger informieren. Über einen Wagen mit Megaphon wurde die Bevölkerung ebenfalls informiert.
Die Verkehrslage:
- Laut einem Sprecher der Bahn fahren die Züge seit 16.30 Uhr wieder. Es komme aber zu erheblichen Verspätungen, da die Lokführer zunächst vorsichtig an der Gefahrenstelle vorbeifahren und erst später wieder Vollgas geben würden. Ab 11.30 Uhr war die Strecke zwischen Löhne und Minden komplett gesperrt. Reisende von Norden strandeten in Minden, von Süden wurde über Paderborn umgeleitet (Gütersloh, Bielefeld und Herford waren nicht zu erreichen). Ein Busnotverkehr war eingerichtet.
- Auch der Schiffsverkehr auf der Weser war betroffen. Die Weiße Flotte musste ihre Fahrten in Richtung Vlotho aussetzen.
- Die Bundesstraße 482 ist wieder freigegeben. Während der Sperrung am Freitag kam es im ganzen Kreisgebiet Minden-Lübbecke zu Staus.
- Die Anschlussstelle Porta Westfalica der Autobahn 2, die zeitweise in beide Richtungen gesperrt war, ist mittlerweile wieder frei. Dort kam es ewischenzeitlich zu 5 Kilometern Stau.
- Bis 14 Uhr gesperrt war der Weserauentunnel zwischen Porta Westfalica und Minden. Auf Grund der Rauchentwicklung im Tunnel hatten einzelne Verkehrsteilnehmer über eine Reizung der Atemwege geklagt.
- Die Polizei leitete den Verkehr um. Verkehrsteilnehmer wurden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren.
Boris Ziegler, Pressesprecher von Tönsmeier, wies darauf hin, dass Bürger am Samstag keine gelben Säcke bei dem Entsorger anliefern können. Tönsmeier holt auch in vielen Städten und Gemeinden der Region den Müll ab. Laut Ziegler soll es dabei in der kommenden Woche keine Beeinträchtigung geben.
Vor einem Jahr, am 21. Juni 2010, brannte es schon einmal bei Tönsmeier: Der Brand in der Sortieranlage konnte damals schnell gelöscht werden. Ein Feuer wie das gegenwärtige war Gegenstand einer Übung, die vor vier Jahren im August auf dem Gelände bei Tönsmeier abgehalten wurde.
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Wenn dem also so ist, dann sollten sofort alle Heizungsanlagen auf Hausmüllverbrennung umgestellt werden. Das wird günstig für uns Bürger.....
Einfach den Mist Verbrennen, den man so fabriziert... Ist doch kein Problem, wie wir hier feststellen. Ab sofort keine Müllgebühren mehr, keine hohen Heizkosten usw.... Nur noch Wärme durch "umweltfreundliche" Müllverbrennung". Die schwarzen kleinen Rauchwölkchen über den Häusern der Städte und Dörfer sind völlig harmlos und wirken "Warm, Freundlich, Gemütlich und sie zeugen von Umweltbewusster Müllentsorgung.
Denn:
Niemand schmeißt seinen Müll in den Wald, sondern lagert ihn erst im Garten, bevor er ihn Verbrennt, wenns Kalt ist...........
Endlich eine Innovative Lösung, die erst durch einen Großbrand erkannt wurde, bei dem sich eine Unmenge an Müllsäcken in gepresster Form, Plastik, Styropor und viele andere Stoffe des täglichen Mülllebens, einfach und bequem in Luft aufgelöst haben. Ganz ohne gesundheitliche Gefahren....