Levern, Oberbauerschaft, Stockhausen, Kutenhausen und Meßlingen sind die Sieger des Dorfwettbewerbs
Kreis Minden-Lübbecke. Für die Oberbauerschafter gab es gleich bei ihrer ersten Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" Grund zur Freude. Sie sicherten sich den ersten Platz in der Gruppe C der größten Dörfer. Auf Levern kommt darüber hinaus viel Arbeit zu. Die Leverner dürfen am Landeswettbewerb teilnehmen. Sie siegten in der Sondergruppe.
Nach der Preisverleihung in der Lübbecker Stadthalle gestern Abend war Günter Obermeier, Vorsitzender der Oberbauerschafter Dorfgemeinschaft, zufrieden. "Es ist toll, dass es bei uns auf Anhieb mit dem Preis geklappt hat." Wirklich mit der Auszeichnung gerechnet hatte er dabei nicht. "Man hofft aber natürlich immer, weil wir sehr gezielt darauf hingearbeitet haben."
Obermeier bedankte sich bei den vielen Helfern. "Wir haben unsere Mitgliederzahl im vergangen Jahr auf 85 verdoppelt. Das ist unsere Stärke, alle packen mit an."
In Feierstimmung war auch die Delegation aus Levern. Zurücklehnen können sie sich allerdings noch nicht. Denn nun müssen sie sich fit machen für den Landeswettbewerb. "Das bedeutet für uns jetzt viel Arbeit", sagte Ingrid Hölscher. Auch sie freute sich über die große Unterstützung. Ihrer Ansicht nach habe Levern vollkommen zurecht die Qualifikationsurkunde für den Landeswettbewerb bekommen. "Bei uns passiert einiges im Dorf."
Die Leverner belegten zudem auch den 1. Platz in derSondergruppe, in der die Sieger des vorherigen Kreiswettbewerbs zusammengefasst waren. Auch Lashorst (3. Preis) und Bad Holzhausen (2. Preis) waren in dieser Gruppe vertreten.
Friedrich Klanke, Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Levern, war besonders auf die Kontinuität seines Dorfes stolz. "Wir sind seit 50 Jahren jedes Mal dabei gewesen bei diesem Wettbewerb." Neben Levern darf auch Meßlingen aus der Stadt Petershagen am Landeswettbewerb teilnehmen.
Stockhausen wurde bei der Abschlussveranstaltung ebenfalls geehrt. Das Dorf belegte in der Gruppe B der mittleren Dörfer den ersten Platz.
Der Vorsitzende der Bewertungskommission, Dr. Gerhard Frank, war mit der Anzahl der Teilnehmer zufrieden. "Wir haben 31 Einladungen für Ortsbereisungen angenommen. Einige waren in diesem Jahr zum ersten Mal dabei."
Er betonte, dass die Entwicklung der Dörfer kein sporadisches Ereignis sei. Es gehe nicht darum, eine Urkunde abzuholen, sondern sich auf den Weg zu machen. "Wir müssen die künftigen Herausforderungen eines Zusammenlebens außerhalb der Metropolen meistern."
Franke zählte einige herausragende Beispiele in seiner Rede auf: die Laubbeseitigungs-Aktion auf einem Friedhof zum Volkstrauertag, das gemeinsame Kochen traditioneller Speisen und eine Büchertauschbörse. "Das alles sind Beispiele dörflich geprägter Lebensqualität. Die ist aber nicht einfach vorhanden, sondern muss wachsen, sich entwickeln und gepflegt werden." Deshalb rief Franke die Dörfer dazu auf, den angestoßenen Prozess auch nach der Preisverleihung voran zu treiben.
Auch Landrat Dr. Ralf Niermann lobte den Einsatz der Dörfer. "Auch wer hier nicht einen ersten Platz belegt, kann sich als Erster fühlen", sagte er.
Das Motto "Unser Dorf hat Zukunft" sei in vielen Dorfgemeinschaften angekommen. Das habe sich im Laufe des Wettbewerbs gezeigt. "Ich bin dort in Dörfer gekommen, bei denen ich dachte ich kenne schon alles. Doch bei einzelnen Bereisungen konnte ich wieder viel Neues entdecken."
Prämierte Ortschaften
Am 23. Dorfwettbewerb 2011 haben sich 31 Orte aus dem Mühlenkreis beteiligt. Davon kamen 13 Teilnehmer aus dem Lübbecker Land.
Gewonnen haben in der Kategorie A (kleine Dörfer): 1. Preis: Meßlingen, 2. Preis: Seelenfeld, 3. Preis: Jössen.
In Kategorie B (Dörfer mittlerer Größe): 1. Preis: Stockhausen gemeinsam mit Kutenhausen, 2. Preis: Fabbenstedt, 3. Preis: Wehe. In der Gruppe C (große Dörfer): 1. Preis: Oberbauerschaft, 2. Preis: Gehlenbeck. Der 3. Preis geht bei Punktgleichheit an Hüllhorst und Nammen.
In der Sondergruppe wurden prämiert: 1. Preis: Levern, 2. Preis: Bad Holzhausen und 3. Preis: Lashorst.
In den Landeswettbewerb gehen die Orte Levern (Gemeinde Stemwede) und Meßlingen (Stadt Petershagen).