Rahden. Ein achtjähriges Mädchen ist am Donnerstagnachmittag bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Lemförder Straße in Rahden (Kreis Minden-Lübbecke) lebensgefährlich verletzt worden. Das Kind war auf dem Weg zu einem Kindergeburtstag.
Die 65 Jahre alte und aus Pr. Oldendorf stammende Tagesmutter wollte die achtjährige Espelkamperin gestern Nachmittag zu einem Kindergeburtstag nach Varl bringen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatte die 65-Jährige außerhalb der geschlossenen Ortschaft ihren Renault Twingo am rechten Fahrbahnrand der Lemförder Straße angehalten, um sich mit Hilfe einer Straßenkarte zu orientieren.
Ein ebenfalls in Richtung Sielhorst fahrender 83-jähriger Rahdener habe den stehenden Wagen offensichtlich nicht bemerkt und sei mit seinem Ford-Kombi auf das Heck des Renaults aufgefahren, teilte die Polizei am Donnerstagabend mit. Eine Geburtstagskarte half den Polizisten.
Geburtstagskarte für einen achtjährigen Jungen
Der Renault wurde nach ersten Angaben der Beamten rund 30 Meter nach Norden geschoben. Dabei erlitten die beiden Autofahrer schwere und das junge Mädchen lebensbedrohliche Verletzungen, so die Polizei. Das Kind wurde mit dem Rettungshubschrauber "Christoph Niedersachsen" aus Hannover ins Klinikum Minden geflogen. Dort wurde sie intensivmedizinisch behandelt. Beide Autofahrer wurden ins Krankenhaus Lübbecke gebracht.
Da die Tagesmutter wegen der notärztlichen Behandlung nicht ansprechbar war, sei die Ermittlung der Identität des Kindes schwierig gewesen, wie Polizeisprecher Burkhard Lübker am Donnerstagabend gegenüber der NW mitteilte.
Einen wichtigen Hinweis lieferte eine Geburtstagskarte, die die Polizisten in dem Twingo fanden. Sie war für einen achtjährigen Jungen bestimmt. Anhand der Daten aus dem Einwohnermeldeamt konnte ermittelt werden, wer im Umfeld des Mädchens acht Jahre alt geworden war – und somit klärten die Beamten die Identität der jungen Espelkamperin.
Wehr rückte mit drei Fahrzeugen aus
Dem Löschzug Rahden sei zunächst ein Unfall mit einer eingeklemmten Person gemeldet worden, sagte Marcus Pansing von der Feuerwehr Rahden. Die Wehr rückte mit drei Fahrzeugen und 13 Einsatzkräften aus. Das hydraulische Rettungsgerät musste nicht eingesetzt werden – niemand war eingeklemmt. Die Wehr fing auslaufende Flüssigkeiten des Twingos auf und säuberte nach Abschluss der Rettungsarbeiten die Fahrbahn. Die Lemförder Straße war im Bereich der Unfallstelle komplett gesperrt.