Lübbecke (hgm). Der Bauherr der Riesenterrasse an der Oberen Tilkenbreite hat bei der Stadt Lübbecke ein Vorkommen von gesetzlich geschützten Maulwürfen gemeldet. Vor dem Erlass einer Rückbauverfügung hat die Stadt eine Untersuchung angeordnet und dazu auch den Kreis Minden-Lübbecke um beratenden Beistand gebeten.
Wie Bürgermeister Eckhard Witte gegenüber der NW erklärte, sei die Stadt Lübbecke an einer schnellen Überprüfung interessiert, ob sich schützenswerte Maulwürfe an der Terrasse niedergelassen haben.
Eine für gestern angesetzte Ortsbesichtigung musste jedoch kurzfristig abgesagt werden. Wie Stadt-Pressesprecher Peter Schmüser dazu mitteilte, habe der Kreis den Ortstermin aus Witterungsgründen verschieben müssen.
Nächster Termin Ende Januar
Wie Kreis-Pressesprecherin Sabine Ohnesorge erklärte, stehe der Kreis gerne beratend zur Seite. Einen neuen Untersuchungstermin gebe es voraussichtlich im Januar. Es könne erst bei dem Ortstermin aufgrund der dort vorgefundenen Gegebenheiten entschieden werden, ob weitere Beratungen notwendig seien oder vor Ort eine Entscheidung getroffen werden könne.
Zur entstandenen Frage, durch welche Gegebenheiten Maulwürfe in relativ kurzer Zeit die Riesenterrasse auf Dauer mit einem System von unterirdischen Gängen zu ihrem Lebensraum gemacht hätten, sagte der Bauherr aus der Nachbarstadt Pr. Oldendorf gegenüber der NW: "Wir konnten die Terrasse weder nutzen noch pflegen. Außerdem ging es dort geruhsam zu. Deshalb hat sich dort in relativ kurzer Zeit eine tierische Artenvielfalt entwickelt". Der kommunalen Maulwurf-Untersuchung sehe er mit Zuversicht entgegen.
Er würde es vielmehr begrüßen, wenn sich eine Initiative zum Schutz der Maulwürfe bilde, weil sie durch eine mögliche Rückbauverfügung in Gefahr gerieten.
GLOSSELächerliches SpielSo so, Maulwürfe sollen jetzt die unsägliche Lübbecker Monster-Terrasse retten. Die unter Schutz stehenden Tierchen mit dem samt-schwarzen Fell möchte der Eigentümer nicht von seinem Grundstück vertreiben. Welch uneigennütziger Tierschützer! Während andere Gartenbesitzer die Wühler mit allen Mitteln los werden wollen, sehnt er sie geradezu herbei.
Allerdings wird sein Schuss in Richtung Verwaltung möglicherweise nach hinten los gehen! Wenn auf Lübbeckes Lieblingsbaustelle tatsächlich die Grabowskys ihr (Un-)Wesen treiben, könnte die Standsicherheit der Riesenterrasse ernsthaft gefährdet sein. Bauexperten müssen umgehend klären, ob die Grabungen und Unterhöhlungen der bekanntlich unermüdlichen Maulwürfe die Aufschüttung nicht so unsicher machen, dass sie abzurutschen und Nachbarhäuser unter sich zu begraben droht. Dann jedenfalls ist die Terrasse schnellstens abzutragen, um nicht Hab und Gut oder sogar Menschenleben in der Nachbarschaft zu gefährden.
Wie war das doch? Maulwürfe sind blind! Justitia, die personifizierte Gerechtigkeit, übrigens auch. Aber hoffentlich nicht so blind, als dass sie dieses lächerliche Spiel nicht durchschaute
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