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01.02.2012
LÜBBECKE
Streit um Club in Lübbecke
"Von Diskothek war nie die Rede"
VON FRANK HARTMANN

Der Bahnhof in Lübbecke. | ARCHIVFOTO: MEYER

Lübbecke. Die anhaltende Diskussion um einen geplanten Tanz-Club im Lübbecker Bahnhof und zwei Klagen von Anliegern lassen Investor und Stadt in die Offensive gehen. Ein Ortstermin soll verhindern, dass das Projekt gerichtlich entschieden werden muss.

Am Dienstagnachmittag haben sich Vertreter der Stadt und die Töchter des Pr. Oldendorfer Investors, Bettina Beinke und Kirsten Ruttge, im Rathaus getroffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Denn: In der vergangenen Woche hatten zwei Anlieger Klage gegen die von der Verwaltung positiv beschiedene Bauvoranfrage für eine Diskothek im Bahnhof eingereicht (die NW berichtete).

Das PW in Porta | FOTO: JULIENKÖSTER

"Von einer Diskothek war nie die Rede", sagten Beinke und Ruttge gestern auf NW-Anfrage. Obwohl das Schreiben, mit dem die Stadt einige Bürger in Bahnhofsnähe über die Entscheidung zur Bauvoranfrage informiert hatte, genau so lautete: "... positiver Vorbescheid zur Umnutzung von Teilen des Lübbecker Bahnhofsgebäudes ... zur Nutzung als Diskothek erteilt."
Vielleicht hätten die Anwohner aus diesem Grund "falsche Vorstellungen" davon bekommen, was tatsächlich geplant sei, mutmaßen die beiden Frauen, die den mit erheblichen Investitionen verbundenen "Club" betreiben wollen: "Unser Kernpublikum wird zwischen 20 und 40 Jahre alt sein", kündigen die beiden an: "Wir planen weder eine neue Tenne" - ihr ehemaliges Tanzlokal an der Hardenbergstraße - "noch wird bei uns Flatrate-Saufen geben". Was genau sie vorhaben, soll nun bei einem Ortstermin am Freitag dieser Woche bekanntgegeben werden.
Info
Umfrage-Ergebnis

  • Ja, eine Diskothek im Lübbecker Bahnhof wäre cool: 48,6% (148 Stimmen).
  • Ist mir egal, aber falls eine öffnen sollte, gehört die ins Industriegebiet: 43,9% (134 Stimmen.
  • Nein, ich fahre sowieso ins PW nach Porta oder in den GoParc nach Herford: 7,5% (23 Stimmen).
Insgesamt wurden 305 Stimmen abgegeben.

Besuche von Prominenten wie Marusha, Sarah Connor und Bruce Darnell

Zu den Alternativen, auf die tanzfreudige Lübbecker bislang zwangsläufig ausweichen, gehört die 1998 von Gerd Langwald eröffnete Bahnhofs-Diskothek "PW" in Porta. Das altehrwürdige Bahnhofsgebäude hatte es dem gebürtigen Lübbecker angetan. Er gestaltete es aufwändig um, und schnell hatte die Diskothek an der B 482 eine große Fangemeinde, wozu auch Besuche von Prominenten wie Marusha, Sarah Connor und Bruce Darnell beitrugen. Hinzu kamen Karaoke-Shows und Weihnachtspartys mit den "Dominos".

Auf Anfrage der NW erzählte Langwald am Dienstag, dass Investor Olek und seine Töchter das von ihm verpachtete PW besucht und ihn nach seinen Erfahrungen gefragt haben. "Wenn nur ein Nachbar das nicht hinnimmt, sollte man die Finger davon lassen", meint Langwald. Das habe er auch Olek geraten. Weil die nächsten Nachbarn mindestens 500 Meter weiter wohnten und er für das 2.000 Besucher fassende PW 460 eigene Parkplätze vorhalte, gebe es keine Probleme. Und obwohl er der Ansicht ist, "Lübbecke könnte so etwas gebrauchen", versteht er auch die Bedenken und den Widerstand von Anwohnern: "Dann geht man besser ins Industriegebiet."

Widerstand auch an Lübbecker Industriestraße/Ecke Langekamp

Genau das hätten sie bereits versucht - in der Lübbecker Industriestraße/Ecke Langekamp, sagten Bettina Beinke und Kirsten Ruttge gestern. Leider habe sich auch dort Widerstand geregt, so dass sie sich dann mit dem Bahnhofsgebäude beschäftigt hätten.
Das hält im Erdgeschoss 280 Quadratmeter Verkaufsfläche bereit. Ziehe man Flächen für Theke, Mobiliar und Sozialräume ab, rechneten die beiden vor, könne sich jeder vorstellen, warum der geplante Club und Diskotheken wie das PW nicht miteinander vergleichbar seien.

Dass es bis zum Ende der vierwöchigen Einspruchsfrist bei den zwei Klagen aus der vergangenen Woche geblieben ist, bestätigt Stadt-Sprecher Peter Schmüser: "Jetzt müssen die Klagen begründet werden, die Stadt erwidert dann." Erfolge keine Einigung, müsse das Verwaltungsgericht Minden entscheiden.

Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
Es gibt doch jetzt die Möglichkeit, Ortseingangsschilder mit Zusatzbezeichnungen zu versehen. In Lübbecke würde ich 'Skandalstadt' als Zusatz empfehlen, denn dort kommt man aufgrund verschiedener Ereignisse seit Monaten nicht aus den Negativschlagzeilen heraus,

Ich finde es einfach nur armselig . In anderen Städten klappt es doch auch ...ist Lübbecke nur der "älteren Generation " vorbehalten ?
Die kids wollen kein Flugplatz in Lübbecke ...sie wollen lediglich eine Disco .

Christian W.. Warum macht die NW eine Umfrage, wenn doch dann immer wieder ein (...) kommt und das anzweifelt, was ihm nicht passt. Was soll das?

Immer muss alles schlecht geredet werden von einzelnen Quertreibern die sich über jeden Prozess freuen weil sie eine Rechtschutzversicherung haben.
Wer Lokalitäten dieser Art nicht mag (weil er ja in der Innenstad wohnt) soll doch in ein Schweizer Bergdorf ziehen.
Die Attraktivität dieser würde jedenfalls beträchtlich steigern. Mal ganz abgesehen von den Gewerbesteuereinnahmen die allen Lübbeckern zu Gute kommen.

@D3
Gegenfrage: Wie kann man von "Fakten" sprechen, wenn man die nicht belegen kann?
Du gehst auch nach Churchills Motto "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!", oder????



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