Rahdener Verein freut sich über anstehenden Umbau des Rohlfinger Staus und sieht weitere Aufgaben
Rahden. Was lange währt, wird endlich gut: Vor sieben Jahre hat Helmut Uphoff das Projekt zur Durchgängigkeit der Großen Aue angestoßen. Jetzt ist Bewegung in die Sache gekommen, wie der Vorsitzende des Fischereivereins für die Stadt Rahden und Umgebung mitteilte. Das so genannte "Rohlfinger Stau" an der Landesgrenze in Pr. Ströhen wird umgestaltet.
"Nun ist es endlich soweit, dass die erste Maßnahme zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, der Umbau des Staus, gestartet werden kann", freute sich der 1. Vorsitzende des Fischereivereins. Leider hätten "die überraschenden Nebenbestimmungen zur Verzögerung und auch zur Verteuerung geführt", bedauerte er.
Zudem sei mit diesem Umbau die Große Aue für Fische noch lange nicht bis Holzhausen durchgängig. Da das Projekt am Rohlfinger Stau mit allen Beteiligten wie Wasserverband Große Aue, Landwirtschaft, Kommune und Fischerei einvernehmlich unter Berücksichtigung der ökologischen Aspekte im Polderbereich geregelt worden sei, könne dies als Musterbeispiel für die weiteren Maßnahmen flussaufwärts angesehen werden, sagte Uphoff. Er hofft, dass es jetzt schneller voran geht.
Damit die alte Große Aue bei Hochwasser nicht als "Abflusskanal" abgestempelt wird, hat er sich an die Bezirksregierung gewandt. Zahlreiche Gutachten belegten, dass "die Große Aue zu wenig Wasser hat, um ein Fließgewässer zu bleiben, das den Restbeständen gewässertypischer Fischarten ein längerfristiges Überleben ermöglicht". Auch habe die neue Große Aue nicht genug Wasser, um ein naturraumtypisches Fließgewässer mit den entsprechenden Fischlebensräumen zu werden. Uphoff forderte, dass die Aufteilung der Großen Aue in zwei Fließgewässer rückgängig gemacht wird.
Einen herzlichen Dank richtete er an den Wasserverband Große Aue, dem es sehr gut gelungen sei, die unterschiedlichen Interessen aus Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Ökologie und Fischerei einvernehmlich wahrzunehmen. Gerade jetzt, wo es um die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie gehe, stehe der Wasserverband vor einer gewaltigen Aufgabe.
In Sachen Fischbesatz hat sich der Verein auf den Aal sowie auf das Wiederansiedlungsprogramm für den Bitterling konzentriert und dafür knapp 7.000 Euro investiert. Neben 100 Kilogramm Farmaalen und 3.000 Bitterlingen hat der Verein noch 1.500 Kilogramm Weißfisch und 450 Kilo drei- und vierjährige Karpfen ausgesetzt. "Es braucht jetzt auch niemand mehr behaupten, dass "da kein Fisch drin ist", meinte Helmut Uphoff mit Blick auf die Aue.
Zudem hat der Verein zwei Vorbereitungslehrgänge für die Fischereiprüfung mit insgesamt 56 Teilnehmern veranstaltet.
Zum guten Schluss seines Berichts hatte der Vorsitzende noch eine gute Nachricht zu überbringen: "Die Fische im Auesystem sind schadstofffrei." Das sei vom Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen bestätigt worden.
Richtlinie mit mehreren Zielen
Die EU-Wasserrahmenrichtlinie ist mittlerweile in nationales Recht überführt worden. Ziel ist eine gute ökologische Qualität der Gewässer. Maßnahmen zur Förderung der Gewässerqualität sollen vom Land mit bis zu 80 Prozent gefördert werden. Die anschließenden Pflegemaßnahmen müssen von den Kommunen dann allein getragen werden.
Ein Punkt der Wasserrahmenrichtlinie betrifft auch die Durchgängigkeit der Gewässer für Fische. Die muss auch an der Großen Aue gegeben sein. Vertreter der Bezirksregierung hatten im Herbst bei einem Ortstermin am Rohlfinger Stau darauf verwiesen, dass mit diesem Umbau die Durchgängigkeit erreicht werde. Dem hatte wie berichtet der Fischereiverein widersprochen. Aus Sicht des Vereins müssten noch an fünf weiteren Wehren Umbauten erfolgen und Fischtreppen geschaffen werden. (-sl-)