Jedes 15. Fahrzeug war zu schnell
Zehn Fahrverbote / Polizei zieht positive Bilanz des 24-Stunden-Blitzermarathons im Kreisgebiet
Lübbecker Land. Nach dem 24-Stunden-Blitzermarathon zieht die Kreis-Polizei ein positives Gesamtfazit. Bei der bisher größten Aktion dieser Art im Mühlenkreis hatten die Beamten 5.860 Fahrzeuge kontrolliert und dabei 399 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Damit war im Schnitt jedes 15. Fahrzeug zu schnell.
"Erfolgreicher Riesen-Einsatz" fasste Polizei-Sprecher Ralf Steinmeyer am Sonntag die 24-stündige Aktion zwischen Freitagmorgen und Samstagmorgen 6 Uhr zusammen. Durch die umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit der Polizei im Vorfeld hätten sich die Autofahrer gut informiert gezeigt und deutlich weniger auf das Gaspedal getreten als sonst. 399 Tempoüberschreitungen seien "vergleichsweise wenig".
Genau darauf war es den Ordnungshütern bei der 24-Stunden-Dauerkontrolle angekommen, an der neben 50 Polizisten auch die Stadt Minden und der Kreis Minden-Lübbecke mit eigenen Radarwagen beteiligt waren. "Es galt, nicht mehr Knöllchen zu machen, sondern das Geschwindigkeitsniveau auf unseren Straßen zu senken", versichert Steinmeyer.
Zehn Autofahrer hatten von der Kontrollaktion offenbar nichts mitbekommen oder nicht mehr daran gedacht. Die aus dem Grenzgebiet zu Niedersachsen stammenden Fahrer seien in der Nacht von Freitag auf Samstag so schnell unterwegs gewesen, dass sie nun ein Fahrverbot erwarte.
Am Abend und in der Nacht waren Mess-Stellen insbesondere an den Bundesstraßen B 239 und B 482 sowie an der L 770 eingerichtet worden. An einigen der überwachten Stellen seien die Autofahrer angehalten worden, an anderen nicht.
Die am frühen Morgen herrschenden Minusgrade haben Steinmeyer zufolge so gut wie keinen Einfluss auf die Kontrollaktion gehabt. Lediglich in Lübbecke und Minden habe man an drei Stellen kurzfristig die Kontrollen verschieben müssen: "Ab minus zehn Grad messen die Geräte laut Hersteller nicht mehr zuverlässig." Die festgestellten Werte seien dann "nicht mehr gerichtsfest verwertbar".
Verwertbar sind hingegen einige Geschwindigkeitsübertretungen im Altkreis: In Lübbecke gab es Messstellen an der Rahdener Straße und der Eikeler Straße. In Pr. Oldendorf waren die Einsatzkräfte an der Berliner Straße und in Hüllhorst-Tengern an der Huchzener Straße aktiv. Insgesamt wurden 134 Fahrzeuge kontrolliert. Zwei Autofahrer waren zu schnell, darunter einer mit 81 km/h bei erlaubten 50 km/h - für die Polizei eine "enorme Geschwindigkeitsüberschreitung".
Noch schneller war ein Verkehrsteilnehmer in Espelkamp an der Gestringer Straße. Bei zulässigen 50 km/h zeigte der Wert der Laserpistole 86 km/h an, kreisweit am Freitag "die höchste Überschreitung".
Auch für kommende Woche kündigt die Polizei Geschwindigkeitskontrollen im Mühlenkreis an. Dazu setzt sie weiterhin auf Prävention und hat daher ihre Messstellen wieder veröffentlicht ( "Achtung Blitzer").
Rekord: 120 km/h
Eindeutiger Rekordhalter in der Nacht von Freitag auf Samstag war "ein alter Bekannter" der Polizei. Der 31-Jährige war gegen 1 Uhr in Rahden auf der B 239 mit Tempo 120 bei erlaubten 70 Stundenkilometern geblitzt worden.
Erst im vergangenen Jahr war der Mann wegen einer ähnlich hohen Geschwindigkeitsüberschreitung aufgefallen und hatte neben einem Bußgeld noch vier Punkte in Flensburg kassiert.
Für die neuerliche Überschreitung kommen 180 Euro Bußgeld und wiederum vier Punkte auf ihn zu.
Da nun die Punktegrenze von 18 bei ihm überschritten ist, muss er mit einem Fahrverbot von mindestens einem Monat rechnen.