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21.02.2012
LÜBBECKE
Kino-Komplex vor Verkauf
Investor möchte Immobilie und Grundstück von Volksbank Lübbecker Land erwerben
VON FRANK HARTMANN

Lübbecker Stadtgeschichte | FOTO: TYLER LARKIN

Lübbecke. Seit die Volksbank Lübbecker Land für die Bürgerpark-Immobilie mit zwei Kinos und 410 Sitzen, Geschäftsräumen und insgesamt rund 1.600 Quadratmetern Grundstücksfläche in der Innenstadt bei einer Zwangsversteigerung den Zuschlag erhalten hat, bietet sie den Komplex an. Jetzt steht der Verkauf an einen Investor an.

"Es ist noch kein Vertrag unterschrieben. Der Investor hat noch Klärungsbedarf mit der Stadt", sagte Volksbank-Vorstand Ralf Rehker gestern auf Anfrage. Ob es sich um einen Geldgeber oder eine Gruppe von Investoren handelt, war am Montag nicht in Erfahrung zu bringen. Fest steht aber: Ein Architekt aus dem Mühlenkreis plant auf dem Grundstück - ohne Kino. Was dort bislang erlaubt ist, legt der seit den späten 60-er Jahre geltende Bebauungsplan fest. Dieser sieht für die Niedernstraße eine drei-, für den Innenhof eine ein- bis zweigeschossige Bauweise vor.

Außenwerbung an der Niedernstraße

Auf seiner Internetseite gibt der Architekt und Diplomingenieur einen Überblick über weitere Projekte: vier Eigentumswohnungen und eine Arztvilla in Bad Oeynhausen sowie eine Luxus-Wohnanlage in Bielefeld. Was genau er für den Komplex hinter den Schautafeln in der Niedernstraße plant, in denen noch immer alte Filmplakate hängen, soll zunächst dem Lübbecker Bauausschuss präsentiert werden. Der kommt das nächste Mal öffentlich am Mittwoch, 14. März, um 17 Uhr im Rathaus zusammen.

In einem Interview mit der NW hatte Bürgermeister Eckhard Witte im Oktober vergangenen Jahres dargestellt, wie er sich eine Nachnutzung vorstellt. Er wünsche sich dort ein Objekt, das sich "städtebaulich gut einfügt" und das von der Nutzung aufnehme, "was wir in der Kernstadt benötigen". Vorstellen könne er sich beispielsweise "charmante Gastronomie-Angebote", aber auch "neue Einzelhandelsgeschäfte, die die Angebotspalette ergänzen".

Aufgrund dieser und weiterer Aussagen entwickelte sich wenige Tage später eine Auseinandersetzung mit dem Grünen-Fraktionsvorsitzenden Heinrich Stenau. Der warf dem Bürgermeister vor, er habe dem Denkmalschutz einen "Bärendienst erwiesen" durch seine Aussagen zur Bürgerpark-Anlage.

Witte hatte unter anderem gesagt, wenn schon ohne Unterschutzstellung kaum ein Investor da sei für die Immobilie - wie solle das erst in Verbindung mit Denkmalschutz-Auflagen möglich sein?

Geklärt ist im Zusammenhang mit der Neugestaltung, dass die 100-jährige Lübbecker Kinogeschichte an diesem Standort beendet ist. Nicht auszuschließen ist aber, dass ein weiterer Investor an anderer Stelle ein Kino errichtet.

Die Stadtverwaltung würde das begrüßen. Wirtschaftsförderer Claus Buschmann sagte gestern, zuletzt habe er auf der Immo-Messe am Wochenende von Bürgern gehört, sie bedauerten den Verlust der zwei Kinosäle. Gerade die Verbindung von Kino und Kneipe "wäre eine schöne Sache gewesen", so Buschmann, der sich "ein "Programmkino mit Gastronomie" vorstellen kann.

Die Volksbank Lübbecker Land hatte im Amtsgericht Lübbecke 2011 in dem von ihr selbst betriebenen Zwangsversteigerungsverfahren den Zuschlag für den Gebäudekomplex bekommen.

Nachdem Apotheker Dr. Karl-Wilhelm Leue als Interessent abgesprungen war, war das heimische Geldinstitut beim zweiten Termin des Verfahrens einziger Bieter gewesen. Bei seinem Gebot in Höhe von 140.000 Euro war der Hammer gefallen.


Im falschen Film

ZWISCHENRUF VON FRANK HARTMANN

Was haben Lemförde, Rahden, Espelkamp, Bad Oeynhausen, Löhne, Bünde, Kirchlengern etc. gemeinsam? Genau, ein Kino. Es hilft aber nicht weiter, nur darüber zu klagen, dass eine Stadt von der Größe Lübbeckes keines mehr hat. Unabhängig vom Standort muss die Frage vielmehr lauten: An wem oder an was lag es, dass die zwei Kinos unrentabel waren, warum kamen nur noch so wenige Besucher? Gerade junge Leute machen heutzutage Kinosäle voll, wenn die Filmauswahl, das Ambiente und der Service stimmen. Wer das anbieten kann, der hätte in Lübbecke bestimmt eine Chance. Film ab.

frank.hartmann@ihr-kommentar.de


Kommentare
Ich bin durchaus ein Kino-Nostalgiker und damit ein Fan der beiden Kinosäle in Quernheim und Espelkamp. Aber liebe Frau Wiehe und alle, die diesem Kino sonst noch hinterhertrauern, bereits vor 15 Jahren hatte die Mehrheit der Cineasten keine Lust mehr auf Kino 1 und 2 in Lübbecke. Aufgrund der heruntergekommenen Bestuhlung wusste man nach 20 Minuten nicht mehr, welche Gesäßhälfte mehr weh tat. Bei Filmen mit Überlänge drohte der Bandscheibenvorfall. Leinwandabstand, Bild- und Tonqualität erhielten ähnliche Kritik. Den Kommentar von Frau Wiehe, dass sich "der Vorhang auch für eine kleine Anzahl von Kinobesuchern" hob, kann ich nur belächeln. Zumindest die Besucher im Kino 2 wurden bisweilen wieder des Saales verwiesen, wenn deren Anzahl nicht hoch genug und somit unrentabel war. Eine gute (Stamm-)Kundenpflege und Neukundenaquirierung sieht anders aus. Ich kann hier nur noch mal das Zitat wiederholen: "Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit." Ein modernes Multiplex-Kino in Lübbecke ist m. E. nach für Investoren nicht mehr lukrativ. Den Mitbewerber aus Bad Oeynhausen mal außer Acht gelassen, ginge ein Lübbecker Projekt in erster Linie zu Lasten der fünf Rahdener-Kinosäle und wäre für beide Betreiber im eh schon hart umkämpften Markt nicht rentabel.

Es gibt genug Beispiele dafür, wie es funktioniert....in Espelkamp, selbst in Quernheim halten sich die kleinen Kinos schon seit Jahren! Hier ist man mit der Zeit gegangen, bietet moderne Technik im gemütlichen Ambiente und eine passende Snack-Auswahl und das ganze für deutlich weniger Geld als in den großen Kinoplex-Dingern! Es geht also, ist nur die Frage wie! Wer mal im Lübbecker Kino war, weiss doch, wie unschön die Atmosphäre war und wie schlecht die Filmauswahl. Natürlich geht man dann nicht hin! Ein paar Neuerungen hätten gereicht um das ganze zu retten, einfach ein paar Aktionen, Themenabende o. ä....Marketing eben und sowas muss noch nicht mal viel Geld kosten. Aber der Zug ist nun abgefahren und wir dürfen gespannt sein, was uns erwartet, Wohnungen? Apotheken? Optiker? Oder wenn wir Glück haben, ein weiterer Telekommunikationsanbieter? Ich persönlich werde wohl mit meinen knapp 30 Jahren demnächst die Flucht aus Lübbecke antreten, in den 6 Jahren, die ich nun hier lebe konnte ich hier nämlich leider nicht viel erleben, dann lieber weg, solange ich noch jung bin!

Es geht auch anders! In's Spenger Kino kommen die Zuschauer von ziemlich weit her. Programm und Service sind für Jung und Alt attraktiv und ausgewogen. Und das in so einer kleinen Stadt, vielleicht sollten die Lübbecker sich das mal ansehen (und nachmachen)

Selbst die Investoren bei Hehemeier und Deerberg bauen nicht weiter.
Warum bitte? Werden allen Investoren in Lübbecke Steine in den Weg gelegt? Wirtschaftsverhinderer Buschmann und Herr Witte solten mal einen Spaziergang durch die eigene Stadt wagen.

Warum Lübbecke kein Kino mehr hat?? Warum auch sonst in Lübbecke nix los ist?? Weil keiner hin geht Ihr Schlaumeier!! Ins Kino rennen doch alle in die großen Multiplex-Kinos nach B.O., Bielefeld oder Osnabrück weil es da die 5 Liter-Eimer Popkorn gibt und das kleinste Getränk ein 0,5 Liter Becher ist!! Leute, Leute, wir wollen es doch alle so. Größer, besser, spektakulärer, teurer...wer geht denn noch nach Lübbecke abends und macht einen Kneipenbummel? Ein bis drei Bier in 4 Stunden, dann gehen die Leute wieder nach Hause. Davon kann kein Wirt existieren. Und ins Kino am besten noch heimlich die M&M`s von zu Hause mitbringen..wegen billiger!! Und wenn man mal richtig einen drauf machen will fährt man nach Osnabrück oder sonst wo...fasst Euch alle mal an Eure Nase und stellt Euch selbst die Frage, was nur allein Die Gastronomen in den letzten 12 Monaten von Euch gehabt haben?? Die Antwort ist...davon kann keiner dauerhaft existieren!!



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